Sonntag, 28. April 2019

Von wenig Nerven - das Wochenende in Bildern

Soll ich mal ehrlich sein: Ich wünschte mir, es wäre hier anders, als es ist. Ich wünschte, ich könnte schreiben, dass sich endlich mal alles entspannt hat und wir hier so friedlich und voller Lachen vor uns hinleben. Dem ist nur leider gar nicht so. Und das nervt mich selbst so unglaublich.

Samstag 27. April 2019


Ich bin auf dem Weg zur Rückbildung (jajaja, ich mach das immernoch. Oder wieder...) Dabei entdecke ich dieses tolle Poster für eine Ausstellung mit neuen feministischen Comics. Da die noch bis 19. Juni ist hoffe ich, dass ich es schaffe, mit das anzuschauen.
Und gleichzeitig überlege ich wie gern ich früher in Ausstellungen gegangen bin. Wann ich das letzte Mal war kann ich kaum erinnern. Es gibt einige Museumsbesuche, die sind mir in Erinnerung, weil mich das so beeindruckt hat. Aber das war alles vor den Kindern. Und ein bißchen wünsche ich mir das zurück. Die Zeit so "sinnlos" zu vertun, einfach in den Tag hinein leben und ewig im Museum rumzuhängen, statt für drei kleine Menschen verantwortlich zu sein.
Der Sport tut mir gut, auch wenn ich kollossal unfit bin. Und fast ein bißchen schneller als mir lieb ist holt mich die Familie ab. Wir müssen Bücher zur Bibliothek bringen.

Nach dem Bibliotheksbesuch (der unerwartet früh endet, weil die Kinder nur streiten und ich keine Nerven habe) gehen wir dann einkaufen. Ich hatte mir am Freitag Abend die Fußnägel lackiert. Um mich irgendwie ein bißchen weniger schluffig zu fühlen. Im Ergebnis diskutieren die Kinder ewig, dass sie das auch wollen. Also lasse ich mich breit schlagen und jedes Kind darf sich einen Nagellack aus dem Bioladen aussuchen. Da sind weniger Giftstoffe drin, das ist mir schon wichtig. Und ich kann die schließlich auch nutzen.
Na, lange Rede kurzer Sinn, wir schaffen es tatsächlich die Nägel der Kinder und meine zu bemalen UND trocknen zu lassen, ohne Gezank und Gemaule und Genöle. Ich hätte das mehr genießen sollen. Denn kurze Zeit später ist schon wieder alles vorbei.
Mein Mann hat Kopfschmerzen und ich reagiere zunehmend empfindlicher auf die gereizte Stimmung. Es ist nicht einfach.

Mittwoch, 17. April 2019

Ich habe versagt - was aus dem Geburtsberichtebuch wurde




So, ich habe eigentlich viel zu lange geschwiegen. Immer und immer wieder kamen Nachfragen von euch, was denn nun ist mit dem Geburtsberichtebuch. Ob ich noch Hilfe brauchen würde? Noch Texte, Erlebnisse. Wann ihr denn nun endlich etwas in den Händen halten könnt. Wie es aussieht.
Und ja, ich habe euch immer und immer wieder vertröstet. Weil ja noch nichts spruchreif war.
Nun, tja, nun ist auch nichts spruchreif, weil ich nämlich gescheitert bin. Aber vielleicht erzähle ich einfach der Reihe nach.

Geburtserfahrungen, die wütend machen


Vor anderthalb Jahren bekam ich einen Geburtsbericht zugeschickt (weil ich mal erwähnte, dass ich die so gerne lese), der mich sehr schockierte. Was die Frau für Gewalt und Übergriffigkeit erlebt hat, das machte mich sprachlos. Und wütend. Weil niemand da öffentlich drüber zu reden schien. Weil am Ende immer gesagt wurde: "Na, Hauptsache dem Kind gehts gut!" Weil frischgewordenen Müttern abgesprochen wurde, dass an einer Geburt irgendwas traumatisch sein könnte. Es haben sicher alle ihr Bestes gegeben. Weil sich, so der Vorwurf, die Schwangeren vielleicht auch einfach anstellen würden.
Schon wenn ich das hier schreibe erfasst mich wieder eine unglaubliche Wut.



Ohne Geburtshelferin - kein Buch


Jedenfalls wollte ich Berichte sammeln, wie Frauen Geburt erlebt haben. Die Ausrichtung war dabei nie: Nur die traumatischen (auch wenn sich deutlich mehr Frauen gemeldet haben, die ein traumatisches Erlebnis hatten). Am Anfang wollte ich die nur sammeln und veröffentlichen, als E-Book für alle. Aber schon beim Lesen der Berichte wurde klar: So ganz ohne "Betreuung", ohne Einordnung von Fachmenschen wird das nicht gehen. Weil schwangere Frauen nicht (noch) mehr Berichte brauchen, die Angst machen, sondern Hilfe, Unterstützung, Bestärkung. Und dafür brauchte ich fachliche Unterstützung, denn ich bin Journalistin, keine Hebamme. Ich kann schreiben, einordnen, recherchieren. Ich bin aber keine Geburtshelferin, die dieses Buch dringend braucht.

Sonntag, 14. April 2019

Vom Runterfallen und Allein sein - das Wochenende in Bildern

Dieses Wochenende ist bei uns doch einiges zu Bruch gegangen. Was irgendwie auch ein bißchen dafür steht, wie es hier gerade so ist. Auch irgendwie angeschlagen, leider.

Samstag. 13. April 2019


Mein Reiskocher ist kaputt. Und mein Mann daran nicht ganz unschuldig...
Dieser Kocher hat mich zwölf Jahre lang begleitet und ja, ich bin traurig, dass er kaputt ist. Mein Mann hat ihn einhändig in den Schrank geräumt und kurze Zeit später fiel er auf den Boden. Zack, kaputt. Ich bringe ihn also als erste Handlung des Tages zum Müll und überlege, wo ich nun einen Neuen herbekomme.

Und dann mache ich Sport. Das erste Mal seit Monaten habe ich etwas Zeit für mich, ohne die Kinder. Es ist toll. Und schrecklich, weil ich soooo unfit bin. Da muss ich demnächst nochmal schreiben, weil ich es so spannend finde, dass ich nach der Geburt fitter war als jetzt. Kennt ihr das? Und was macht ihr dagegen? Wie haltet ihr euch fit?


Freitag, 12. April 2019

Familienumweltbuch - ein Hinweis

Ihr wollt das neue Wochenthema wissen? Tja, das wäre dann wohl... Stillstand?
Also eigentlich gibt es nämlich kein neues Thema, sondern eine kleine Pause. Das erkläre ich euch kurz.

Ich habe ja vor zwei Wochen dazu aufgerufen, ein gemeinsames Buch zum Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz zu schreiben. Mit euren alltagserprobten Tipps. Und jeden Freitag wollte ich eine neue Rubrik nennen, zu dem ihr dann weitere Tipps einreichen könnt. Was ich vielleicht dabei unterschätzt habe ist eure Skepsis, ob dieses Buch denn auch wirklich entsteht. Denn es gab ja mal einen Aufruf für eure Geburtsgeschichten. Und ich habe nie erklärt, was daraus geworden ist. Und auch in der Ankündigung für dieses Buch war ich sehr vage. Das hat euch, glaube ich, verärgert.
Das tut mir leid. Deswegen drücke ich für einen Moment den "Pause"- Knopf für dieses Familienumweltbuch (wir brauchen definitiv einen Titel, der besser klingt, oder?) und erkläre euch nächste Woche erstmal, was aus den Geburtsberichten geworden ist.
Es ist nicht leicht für mich darüber zu schreiben, ich sitze schon länger daran, und deswegen brauche ich noch etwas Zeit. Nächste Woche Mittwoch wisst ihr mehr.

Wenn ihr mir eure nachhaltigen Tipps schicken wollt, dann freue ich mich darüber natürlich trotzdem sehr. Ich kann aber auch eure Skepsis verstehen.
Auf alles, was kommt freue ich mich am meisten! 

Mittwoch, 10. April 2019

Kinderbuchtipps: Schwierige Themen kindgerecht erklärt



Haben eure Kinder auch manchmal so Fragen, bei denen ihr ein bißchen schlucken müsst und nicht wisst, was ihr antworten sollt? Hier jedenfalls gibt es wirklich oft Dinge, über die die Kinder sprechen möchte, und bei denen ich erst nach Worten ringen muss. Und meist wollen sie dann eh noch alles ganz genau wissen, so dass ich mir dachte: Ich schaue mal, was es so für Kinderbücher zu "schwierigen" Themen gibt.
Die Sammlung ist natürlich wie immer nicht vollständig, aber ich glaube, sie gibt eine erster Orientierung wenn eure Kinder Fragen zum Gefängnis, zu Obdachlosigkeit oder auch Missbrauch haben.
Uuuund, die Fünfjährige hat ihr erstes Interview gemacht. Also die Fragen gestellt. Sehr spannend, ihr findet das ganz am Ende des Artikels. 

Da ich die Bücher fast alle aus der Bibliothek ausgeliehen habe, kann ich diesmal keins an euch verlosen. Aber euch den guten Tipp geben: Wenn ihr eins der Bücher kennenlernen wollt, dann bittet eure Bibliothek darum, das Buch zu besorgen. Die Menschen dort sind, so wurde mir mehrfach versichert, ziemlich dankbar für solche Tipps.

Thierry Lenain & Delphine Durand
Hat Pia einen Pipimax? Das Buch vom kleinen Unterschied

Ich habe das Buch mal aus einer Verschenkekiste mitgenommen. Und dann sehr viel später zusammen mit dem Runzelfüßchen gelesen. Erst war ich geschockt, weil Paul, die Hauptfigur, behauptet, dass nur Jungs, also "die mit Pipimax" tolle Menschen sind. "Die ohne Pipimax", so wie Pia, die können eigentlich nichts. An der Stelle wollte ich das Buch erbost wegschmeißen. Das Runzelfüßchen aber wollte weiterlesen. Gut so, denn sonst wäre mir ja das Beste entgangen.
Pia ist nämlich wild und laut und frech und macht lauter Sachen, die Jungs auch machen. Paul ist verwirrt und will nun unbedingt erfahren, ob Pia vielleicht doch einen Pipimax hat.
Beim Baden findet er schließlich heraus: Pia hat eine, wie sie sagt, Pipimaus. Und Paul gelernt, dass irgendwie alle Menschen gleich sind.
Wenn eure Kinder sich also brennend für Geschlechtsmerkmale interessieren und vielleicht sogar Stereotypen im Kopf haben, dann empfehle ich dieses Buch.


Sonntag, 7. April 2019

Von Flohmärkten und Messe - das Wochenende in Bildern

Dieses Wochenende waren wir viel unterwegs. Allerdings nicht, wie die allermeisten bei dem schönen Wetter draußen, sondern, leider, eher drinnen. Gelohnt hat sich das so halb. Oder naja, eigentlich nicht. Aber hinterher ist man immer schlauer, oder?

Samstag. 06. April 2019

Flohmarktzeit! Ich habe das noch NIE gemacht, also selbst verkauft. Wir gehen oft auf Flohmärkte, aber selbst einen Stand hatten wir noch nicht.
Ich hatte gesehen, dass das FEZ, ein Familienspaßzentrum, was außer uns vermutlich alle Berliner_innen kennen, einen Flohmarkt veranstaltet. Also habe ich einen Platz gebucht und gedacht, wenn das DAS Ding für Familien ist, dann geht da was.
Ich hab also Sachen aussortiert und war guter Hoffnung. Bevor es überhaupt losging, hatte ich sogar schon was verkauft.
Und... tja, das wars dann leider auch für die nächsten Stunden.

Ich saß da und las in diesem Buch. Eine philosophische Elternbetrachtung. Ich dachte mir: Nutze ich die Zeit des Wartens doch sinnvoll. Aber nee, das Buch ist nicht so meins. Oder in der Stimmung war es nicht meins. Oder ich bin nicht philosophisch genug. Ich geb dem Ganzen noch mal eine Chance, aber bis jetzt bin ich irgendwie...überfordert.
Das Plastikdings was ihr da seht, das habe ich vor vielen Jahren mal gekauft. Jetzt war es eins von insgesamt acht Sachen, die ich verkauft habe. In sechs Stunden!
Die Standmiete waren 15€, für einen Tisch, eine Bank und zwei Stühle fand ich das eigentlich ok. Allerdings habe ich insgesamt auch nur 25€ eingenommen. Und dafür hab ich mir da sechs (!) Stunden den Po plattgesessen.
Ich war ehrlich gesagt ziemlich angenervt. Es kamen nämlich einfach keine Leute. Mir war nicht klar, dass die, die den Flohmarkt besuchen wollen dafür Eintritt zahlen müssen. Und ganz ehrlich: ICH hätte auch keinen Eintritt nur für den Flohmarkt gezahlt.


Freitag, 5. April 2019

Buchprojekt: Tipps fürs Kinderzimmer


Viiiiielen Dank für all eure Nachrichten und Anfragen. Ich freu mich so, dass wir dieses Buchprojekt jetzt gemeinsam angehen. Und weil die meisten gesagt haben: Ich will mitmachen, aber ich weiß nicht wie, kommt hier das wie.
Also viel mehr kommt hier der Schwerpunkt der Woche. Denn die Rückmeldung von euch war da ganz eindeutig. Ihr wollt mitmachen, ihr braucht nur einen Hinweis, was genau ich suche
Ganz wichtig: Bitte versteht den Schwerpunkt der Woche nicht falsch. Ich sammel alle Tipps, die ihr habt. Ich setze nur einen Schwerpunkt für die, die eben sagen: Ich weiß nicht wo ich anfangen soll.

Tipps fürs Kinderzimmer


Der Schwerpunkt fürs Familienumweltbuch liegt diese Woche auf Nachhaltigkeits/Umwelttipps fürs Kinderzimmer. Das ist immernoch ziemlich weit gefasst. Aber ich gebe euch einfach mal ein paar Denkanstöße und ihr schickt mir, was ihr eben Zuhause schon erprobt habt.


Mittwoch, 3. April 2019

Buchprojekt: Familienumweltschutzbuch



Lasst uns zusammen was Tolles machen! Seit einigen Wochen (bzw. bei Greta Thunberg sind es ja inzwischen Monate) gehen Schüler_innen überall auf der Welt am Freitag auf die Straße und demonstrieren für ein besseres Klima und vor allem: für ihre und unsere Zukunft. Da dürfen wir Eltern doch nicht zurückstehen! Und deswegen schreiben wir zusammen ein Buch! Mit Tipps und Infos und ganz viel Wissen, wie Familien Umweltschutz und Nachhaltigkeit leben können!

Umweltschutz ist wichtig


Könnt ihr euch noch erinnern, dass ihr in eurer Jugend (die ja nun auch noch nicht soooo lange zurückliegt, oder?) auch irgendwann an den Punkt gekommen seid und dachtet: Das muss sich hier alles ändern, wenn wir alle weiter auf diesem Planeten leben wollen?
Ich jedenfalls kann es. Ich habe mir in meiner Schulzeit extrem viele Gedanken um Umweltschutz und das Klima gemacht, dabei war es "damals" noch längst nicht so dramatisch wie heute.

Keine Kinder ist keine Lösung


Heute aber habe ich Kinder. Auch, wenn das, wenn es nach Menschen wie Verena Brunschweiger geht, eine Klimakatastrophe ist- Die sagt nämlich sinngemäß: Kinder sind die schlimmsten Klimakiller und wir sollten alle nur noch maximal eins bekommen. Das habe ich, zugegeben, nur aus Medienberichten entnommen, ich habe ihr Buch "Kinderfrei statt kinderlos - Ein Manifest" nicht gelesen.
Und ja, es gibt diese Berechnungen, nach denen Kinder eine Umweltkatastrophe sind Zum Einen, wenn sie klein sind, zum anderen, weil jedes Kind zur Überbevölkerung beiträgt. Soweit die Fakten. Aber die sind das eine, das Leben ist aber das Leben. Und ich glaube, dass wir jetzt nicht alle aufhören Kinder zu bekommen, sondern, dass der richtige Schritt in eine andere Richtung sein muss. Und zwar in Richtun Klimaschutz, Ressourcenschonung und weg von "Geiz ist geil".
Genau hier will ich, gemeinsam mit euch, ansetzen.