Mittwoch, 18. September 2019

Über Geburtstag, dritte Kinder und Einsamkeit

Sind dritte Kinder weniger wichtig? Natürlich ist diese Frage total ketzerisch. Das dritte, vierte, fünfte ... Kind ist selbstverständlich genauso wichtig wie das erste oder zweite. Und doch muss ich im Alltag immer wieder feststellen, dass alles auf zwei Kinder ausgelegt ist. Offensichtlich auch die Aufmerksamkeit anderer Menschen. Was ich unfassbar traurig finde.

Kaum jemand denkt ans Baby


Vor Kurzem hatte das Baby Geburtstag. Nun ist es also offiziell gar kein Baby mehr. Eins ist er geworden. Wollt ihr mal raten wer ihm zum Geburtstag gratuliert hat? Also außer uns Eltern und seinen Geschwistern? Es kamen drei weitere Glückwünsche an. Von den Großeltern (die allerdings darauf bestanden, dass das ja eigentlich auch nicht so wichtig sei, er würde es ja nicht mitbekommen), von einem Onkel plus Familie und von einer befreundeten Familie. Drei, sagen wir mal Familien (obwohl die Kinder selbst natürlich noch zu klein sind) haben an ihn gedacht. Der Rest meiner Familie nicht. Auch von unseren Freunden niemand. Mich macht das in der Tat tiefbetroffen und traurig. Weil ich erinnere wie viele Glückwunschkarten wir zum ersten Geburtstag des Runzelfüßchens erhalten haben. Oder bei Herrn Annika. Nur diesmal: Schweigen im Walde. Als wäre es nicht wichtig, wann unser drittes Kind Geburtstag hätte. Oder, dass es überhaupt da ist.


Sonntag, 15. September 2019

Vom Wandern und Baden - das Wochenende in Bildern


Dieses Wochenende kommen nur ein paar Fotos, weil das Internet hier auf Korsika in unser Hütte so schlecht ist. Aber so habt ihr trotzdem eine Ahnung davon, was wir hier so machen. 
Am Samstag waren wir wandern. Wieder eine Empfehlung aus dem Reiseführer "Korsika mit Kindern" und diese Mal war der Weg auch viel besser beschrieben. 
Herr Annika ist vom Wandern erst immer wenig begeistert. Seine Schwester dafür etwas übereifrig, so dass der Beginn jeder Tour von ständigem Ermahnen (nicht noch auf den Baum zu klettern...) und bitten doch überhaupt loszulaufen geprägt ist.

 

Aber dann.... Wenn wir dann unterwegs sind, dann ist es meistens richtig toll. Diesen Ausblick hier konnten wir genießen, weil das Baby eine Stillpause verlangte. Und ich mich hinsetzte wo der nächste Stein gemütlich aussah. Das hatte zur Folge, dass wir diesen Platz erst entdeckten, als alle saßen, Ruhe einkehrte, Salzstangen geknabbert wurden und wir Zeit hatten, uns wirklich umzuschauen. Vorher war, wie gesagt, ja auch eher Antreiben und Bitten das Thema. Diesen Platz hier wollte aber niemand mehr verlassen. Schön, oder? Und welch Glück, dass das Baby stillen wollte. Sonst hätten wir das verpasst. 

Freitag, 13. September 2019

Kinderfundstück der Woche: Französisch Wörterbuch



Als hätte Herr Annika etwas geahnt., das Kinderfundstück der Woche* passt einfach perfekt...
Da wir ja nicht wie geplant in den Urlaub fliegen konnten brauchen wir eine Alternative. Und haben uns für Korsika entschieden. Das kennen wir schon, da ist es nett, jetzt nicht zu heiß und nicht zu kalt und es ist vergleichsweise einfach zu erreichen. Und auch spontan eben machbar.

Herr Annika fand also dieses Wörterbuch für französisch-deutsch und es schien wie ein Zeichen des Himmels. Korsika also. Und für den Fall wir wissen nicht weiter haben wir jetzt immerhin ein hübsch geknicktes Eselsohrenheft, was wir nach Worten absuchen können.


Mittwoch, 11. September 2019

Manchmal kann ich nicht mehr - Bedürfnisse einer Mutter



Nach müde kommt doof. Sagt man so. Stimmt irgendwie auch. Nicht, dass ich nun total doof wäre, aber doch, mir fällt auf, dass der jahrelange Schlafentzug mich ganz schön angreift. Ich glaube, ich habe das bisher gar nicht so richtig thematisiert, aber ja, auch das Baby schläft nicht. Also wenig. Und überhaupt noch ganz anders als der dreijährige schlechte Schläfer es immer getan hat.

Kein Durchschlafen seit drei Jahren


Ich schlafe also seit drei Jahren tatsächlich keine Nacht mehr durch. In der Schwangerschaft mit dem Baby hatte ich Herrn Annika irgendwann abgestillt. Das Stillen schmerzte mir zu sehr und er hat das auch ganz gut mitgemacht. Nun wollte er nachts also nicht mehr gestillt werden und schlief tatsächlich besser. An dieser Stelle will ich aber dringend betonen: Ich glaube nicht, dass Abstillen immer automatisch zu durchschlafenden Kindern führt. In unserem Fall glaube ich zum Beispiel, dass die Zeiten dafür einfach sehr nah beieinanderlagen und Herr Annika vielleicht ein paar Wochen später auch aufgehört hätte nach Muttermilch zu fragen.

Sonntag, 8. September 2019

Vom Meer und Bergtouren - das Wochenende in Bildern

Wir sind endlich im Urlaub. Nachdem unsere geplante Reise nach Sri Lanka ja abgesagt werden musste, haben wir uns nun auf den Weg gemacht. Nach Korsika. Die Insel kennen wir schon aus den letzten zwei Elternzeiten und so kam es, wie es kommen musste. Wir sind eben auch beim dritten Mal wieder hier.
Aber auch hier frage ich mich: Ist nur meine Familie so unglaublich laut?

Samstag. 07. September 2019


Unser Frühstück beginnt wie jeden Morgen mit frischem Baguette und einem Croissant. Wir haben das Glück, das es genau gegenüer unserer Ferienwohnung einen für den Ort sehr berühmter Bäcker gibt. Deswegen holen wir natürlich dort auch jeden Morgen unser Frühstück.

Danach geht es nach Bastia. Das ist die größte Stadt hier in der Nähe und wir wollen sie wenigstens einmal besuchen. Ja, wir waren schon sehr oft hier, aber irgendwie ist es ja auch ein bißchen wie nach Hause kommen. Und das Gute ist: Wenn man sich irgendwo schon ein bißchen auskennt, dann kann man die weniger interessanten Ecken auch weglassen.
Was wir so auch noch nicht gesehen haben: Es gibt hier Tunnel, die für Autos bis 2,60m Höhe zugelassen sind. Und während wir in der Nähe laufen sehen wir, wie ein Wohnwagen diese Höhenbegrenzung igoniert und jetzt irgendwie ohne Dachaufsatz oder Klimaanlage weiterfahren muss. Der Fahrer hat sich das Ding einfach angesäbelt. Hab ich noch nie erlebt.

Freitag, 6. September 2019

Kinderfundstück der Woche: Harry Potter Schal



Das Kinderfundstück der Woche* kommt vom Runzelfüßchen. Sie hat etwas gefunden, wovon sie gar nicht richtig weiß, was es ist. Sie ist zu klein für Harry Potter und ich gestehe: Ich hab die Bücher nie gelesen. Trotzdem kam mir die Farbgebung vom Schal den sie in einer "zu verschenken" Kiste auf der Straße gefunden hat "verdächtig" vor. Und siehe da, ein kleines Schild verrät, dass es sich um Harry Potter Merchandise handelt.


Mittwoch, 4. September 2019

Das erste Jahr mit Baby - eure Erfahrungen



Das erste Jahr mit Baby ist etwas ganz besonderes, oder? Eine Zeit, die sich tief in uns einbrennt. Und nein, es ist keine Zeit in der alles immer rosarot und watteweich ist. Das wurde in den letzten Jahrzehnten nur irgendwie immer wieder verschwiegen.
Wir feiern hier bald zum dritten Mal einen erster Geburtstag. Für mich ein schöner Moment um mal zurückzublicken auf das was so war. Mich zu erinnern wie ich die Babyzeit so erlebt habe. Und auch, um eure Erinnerungen zu teilen. Für alle, die noch mittendrin stecken gibts auch etwas zu gewinnen.

Drei Mal erstes Babyjahr


Inzwischen habe ich bei drei Kindern auch (fast) drei erste Babyjahre hinter mir. Und ja, die waren in vielen Dingen gleich, weil Babys einfach ähnliche Dinge durchleben, in viel viel mehr Punkten aber auch individuell. Weil Babys eben eigenständige Menschen sind und nicht immer alles nach Plan verläuft. Vor Kurzem kam ein Rezensionsexemplar von "Wow Mom" hier an, ein Buch, dass Lisa und Katharina von StadtLandMama gemeinsam geschrieben haben. Und wow, ist das toll. Tatsächlich hätte ich mir dieses Buch beim ersten Kind schon gewünscht, weil es einen liebevoll durchs erste Jahr begleitet und einem all die Dinge anvertraut, die ich dann mühsam selbst rausfinden musste.

Sonntag, 1. September 2019

Urlaubspläne ändern mit Kinder



Eigentlich solltet ihr hier Fotos aus unserem Urlaub sehen, das erste Wochenende in der Fremde. Wir wollten euch in Bildern mitnehmen, auf dem Blog und in den sozialen Netzwerken.

So, wie wir das auch schon in Thailand gemacht haben. Auch dieses Mal sollte es weit weggehen. Nach Sri Lanka.

Aber das Baby wurde krank. Nicht reisefähig. Also haben wir keine Wahl und bleiben hier. Was schade ist, sehr schade. Denn wir alle hatten diesen Urlaub seit Jahresanfang herbeigesehnt. Im Januar haben wir die Flüge gebucht (und die Reiserücktrittsversicherung, denn mit Kindern weiß man es eben nie.)

Freitag, 30. August 2019

Kinderfundstück der Woche: Kuschelengel


So, ich habe beschlossen, dass wir alle ein wenig mehr Magie und Freude und Lachen in unserem Leben gebrauchen können. Und deswegen gibt es jetzt eine neue Serie auf dem Blog. Schauen wir, wie lange sie sich hält, aber für den Moment denke ich, dass wir alle uns daran erfreuen können.

Meine Kinder sind ja kleine Jäger_innen und Sammler_innen. Ständig findet irgendwer irgendwas und kann sich nicht trennen, weil das ja UNBEDINGT das neue Spielzeug sein muss. Die vielen "Zu verschenken" Kisten in Berlin erleichern unser Leben nicht gerade. Gleichzeitig denke ich aber: Lass ihnen doch die Freude. Sie retten Dinge davor im Müll zu landen, was ziemlich nachhaltig ist. Sie klammern sich nicht an Spielzeug weil sie wissen, dass sie immer mal wieder was finden werden. Und sie sind jeder Zeit bereit Sachen zu verschenken. Das Finden lehrt sie also auch Großzügigkeit.


Mittwoch, 28. August 2019

Von Kühen, Milch und Vegetarismus - ein Ausflug ins Salzburger Saalachtal


Vor Kurzem waren wir auf dem Weg quer durch Deutschland. Das Ziel: Wir wurden auf eine Pressereise ins Salzburger Saalachtal eingeladen*. Unser Weg dorthin führte uns über jede Menge Autobahnkilometer. Und vorbei an erschreckend vielen Tiertransporten.
Da wir das so in Berlin logischerweise nicht sehen, wollten die Kinder natürlich wissen, was das ist. Also versuchten wir zu erzählen, was wir selbst kaum begreifen können. Nämlich, dass Tiere zum Schlachten durch Deutschland und Europa (und sogar die ganze Welt, aber das verschwieg ich dann doch lieber) gekarrt werden. Weil es billiger ist sie in ferneren Ländern zu schlachten und das Fleisch wieder verpackt nach Deutschland zu schicken.
Ob es den Kühen, Hühner und Schweinen denn gut gehen würde, ob sie genug zu Fressen und Trinken hätten wollten die Kinder wissen. Wo die Tiere schlafen, wenn der LKW-Fahrer eine Pause macht. Ob er dann alle auf der Wiese einer Autobahnraststätte grasen lässt und sie wieder einsammelt. Meine Antworten machten die Kinder sprachlos. Dabei waren sie lückenhaft, denn ich weiß vieles ja auch nicht, kann nur mutmaßen. Aber ich glaube nicht, dass sich ein LKW-Fahrer mit Tierwohl auskennt und eigenständig dafür sorgt, dass es genügend Platz in seinem Anhänger gibt.

Kinder und Vegetarismus


Wir kamen in Unken, dem Ziel unserer Reise an. Die Kinder hatten weitere Fragen. Vor allem dazu, wieso so viele Menschen Fleisch essen und wieso ihnen die Tiere egal sind. Ich hatte wenig Antworten, aber großes Glück. Denn diese Pressereise ins Salzburger Saalachtal, die war ein absoluter Glücksfall. Wir haben nämlich nicht nur sehr sehr viele Kühe und Schafe gesehen, nein, wir haben auch viele Menschen getroffen, die sich mit Tierhaltung auskennen. Und die den Kindern jede, wirklich jede Frage ehrlich beantwortet haben. Das ist auch deswegen so bemerkenswert weil wir mitten in der Großstadt sonst ja gar nicht mit Tieren in Kontakt kommen. Und plötzlich Fragen laut werden, wieso die Kühe auf der Alm eigentlich anders aussehen als die aus dem Bilderbuch.