Mittwoch, 5. Juni 2019

Mit Kindern nochmal studieren?



Ich muss euch was erzählen.
Ich habe diesen Traum, schon sehr sehr lange. Ich wollte immer Psychologie studieren. In der Schule war das ein freiwilliges Zusatzfach, ich habe sogar mein Abitur in Psychologie gemacht. Und wollte das dann studieren. Nie mit dem Ziel als Psychologin/Psychiaterin zu arbeiten. Sondern nur so für mich.

Psychologiestudium und Kinder?


Als der NC damals festgesetzt wurde war es dann vorbei. Er lag bei 1,1 oder so, ich hätte ewig warten müssen, ich erinnere, dass ich irgendwie an Platz 7000 irgendwas von 15.000 Bewerber_innen war. Die Chance, einen Platz zu bekommen waren also sehr gering. Ich hätte vermutlich jahrelang warten und dann auch noch aus Berlin wegziehen müssen. Das wollte ich nicht. Stattdessen studierte ich u.a. Gender Studies, etwas, dass ich manchmal gut und manchmal schlecht fand.
Und irgendwann durch Praktika landete ich dann im Journalismus. Ich habe auch schon immer geschrieben, es war nur ein weiterer logischer Schluss. Und vielleicht der zweite berufliche Herzenswunsch. Denn ich wollte auch immer als Journalistin arbeiten. Und genau das mache ich jetzt langem und ich liebe es nach wie vor.

Journalismus Fernstudium in der Schwangerschaft und Elternzeit


Ich habe sogar im Fernstudium, weil schwanger mit dem Runzelfüßchen noch ein Journalismusstudium absolviert, weil ich dachte, dass danach vielleicht wichtig ist. Niemals hat jemand danach gefragt. Aber ich habe einen anerkannten Abschluss, was in Deutschland ja manchmal leider noch super wichtig ist.



Psychologiestudium an der Fernuni


Jedenfalls, dieser Traum vom Psychologiestudium, nur so für mich und mein Interesse, das blieb. Es ist kein immer brennender Wunsch, ich hatte ihn eine Weile auch gar nicht beachtet. Aber jetzt ist er wieder aufgeflammt. Und ich frage mich: sollte ich ihm nachgehen?
Ich habe bei der Fernuni Hagen geschaut, die Kosten an sich sind überschaubar. Es gibt verpflichtendende "Studichecks", die man absolvieren muss, bevor mensch studiert. Selbst wenn die alle negativ ausfallen darf sich jede_r trotzdem fürs Studium einschreiben. Es ist eher dafür gedacht zu erkennen: Ist das eigentlich was für mich. Kann ich das? Will ich das? Und was erwartet mich so an Mathematik und Statistik.

Studicheck - eher so mittelerfolgreich


Ich habe nun zwei der elf Module dort mal ausprobiert (Und ja, zwei sind noch kein aussagekräftiger Test, aber trotzdem)
Es gibt ein Ampelsystem was einem dann sagt wo mensch sich so einordnet. Tja nun, einmal war es gelb, einmal rot. Und dabei habe ich gar nicht mit Statistik begonnen, sondern mit Sachen bei denen ich dachte, dass sie mir liegen...
Das brachte mich natürlich schon auch zu der Frage: Will ich das wirklich? Das Studium vielleicht schon schaffen, aber so mit Ach und Krach. Und irgendwie vielleicht sogar das Gefühl haben, dass ich damit total überfordert bin?

Fernstudium mit Kindern und neben dem Beruf - klappt das?


Ich habe diese Checks nach meiner regulären Arbeit gemacht, als mein Mann gerade mit den Kindern auf dem Spielplatz war, eben um den Fall zu demonstrieren, wie es dann später ja auch im Fernstudium Alltag sein wird. Studieren neben dem Beruf und der Familie. Ich fürchte, das ist ein echt hohes Pensum.
Andererseits bleibt es eben mein Traum und wir wachsen ja alle mit unseren Aufgaben. Das Studium sehe ich tatsächlich übrigens eher so als Investition in mich selbst, nicht als Karriereschritt. Ich bin sehr glücklich in meinem Beruf als Journalistin.

Deswegen erzählt ihr doch mal: Habt ihr auch schon mal neben im Fernstudium studiert? Wie hat das für euch geklappt? Wurde euch zu- oder eher abgeraten? Welche Erfahrungen habt ihr? Ich bin SO gespannt.

Kommentare:

  1. Hallo,

    ich habe im Januar eine berufsbegleitende Weiterbildung zur Betriebswirtin IHK abgeschlossen. Allerdings hatte ich Präsenzunterricht jeden Samstag. Parallel habe ich 30 Stunden gearbeitet und hatte 2 Kinder, die jetzt 4 und 6 sind.
    Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich es nochmal machen würde. Ich hab in der Zeit wirklich wenig Zeit für die Kinder gehabt und gerade in der Zeiten der Prüfung auch wirklich wenig Nerven. Ein bisschen habe ich immer noch ein schlechtes Gewissen deshalb.
    Ich bin aber auch mega stolz, die Prüfungen alle im ersten Anlauf bestanden zu haben, wenn auch nicht wirklich gut.
    Was ich mit meinem Abschluss mache, bin ich noch am überlegen. Im prüfungsstress hat sich hier noch ein drittes Kind eingemogelt und gerade genieße ich die Elternzeit und will sie nutzen um zu überlegen, was ich nächstes Jahr beruflich machen möchte.

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  2. Liebe Andrea,
    mein Mann hat nebenher Wirtschaftsinformatik studiert. Für den BA hat er jetzt insgesamt 6 1/2 Jahre gebraucht. Obwohl er das Studium arg in die Länge gezogen hat, war es ein Kraftakt. Wir haben zwei Kinder, mein Mann hat einen Vollzeitjob und ich bin selbständig. Obwohl er den Abschluss im Februar gemacht hat, haben wir immer noch nicht ganz realisiert, dass jetzt wieder mehr Zeit da ist. So viele Jahre, in denen die Abende dem Lernen vorbehalten waren und viele viele Wochenenden ohne Papa. Vor allem die Abende waren oft schwierig, da unsere Kids gerne mal später schlafen.
    Es wird viel Kraft und Zeit kosten - egal, ob du Wert auf gute Ergebnisse legst oder nicht. Probiere es doch einfach aus - und wenn es dir Spaß macht, du es aber zeitlich oder von der Kraft her jetzt nicht schaffst, dann vielleicht in einem Jahr oder später?
    Liebe Grüße
    Christina

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