Dienstag, 10. Juli 2018

Papa bloggt: Oh, nein: Meine Tochter wird groß



Eigentlich sollte ich jubeln, dass das Runzelfüßchen immer selbstständiger wird. Sie kann immer mehr alleine machen. Und vor allem selbst machen. Wenn ich mir überlege, was sie vor drei Jahren alles nicht konnte (ok, da war sie auch noch kein Jahr alt) und was sie jetzt alles macht sagt und tut, dann wird mir ganz schwindelig. Und nicht in ganz so kurzer Zeit, hat sie noch ein zweites jüngere Geschwisterchen. Kommt sie denn überhaupt damit klar? Und muss ich eher damit zurecht kommen, dass die größer wird?

Mit dem Messer schneiden


Die meinsten Unfälle passieren in der Küche. Heißt es zumindest und ich glaube auch, dass das stimmt. Hier sind Messer, Hitze und Maschinen mit Messern (wie der Mixer). Zwar dürfen die Kinder bei mir auch gerne in der Küche helfen, aber ich schaue immer mit sehr wachsamen Auge, was sie dort machen. Pfanne mit heißen Fett? Besser Abstand halten. Nudeln abschütten? Das mache mal lieber ich. Aber letztens habe ich mich doch getraut und meine Tochter durfte mit einem "scharfen" Messer Tomaten und Gurke schneiden. Und was soll ich sagen? Sie machte das großartig und schnitt unser Gemüse klein. Ich wußte am Ende gar nicht, ob ich mich mehr über meinen "Mut" freuen sollte oder darüber, wie Stolz sie das gemacht hat.



Außer Sichtweite sein


Herr Annika, das Runzelfüßchen und ich waren letztens spazieren. Wir waren in einem kleinen Park und das Runzelfüßchen ist mit ihrem Roller durch den Park gefahren. Und dann passierte etwas, was ich gar nicht gedacht hätte. Meine Tochter wollte endlich mal alleine mit ihrem Roller fahren. Sie wollte zwar in unserer Nähe, aber außerhalb unserer Sichtweite sein. Und ich dachte nur, wie kann ich meine Tochter aus dem Auge lassen? Aber das war natürlich vollkommener Quatsch. In einem gut besuchten Park bei Tag und zumindest in Rufweit von mir: was soll da passieren? Ich bin mit 4 oder 5 Jahren morgens und nachmittags alleine in den Kindergarten gegangen. Aber meiner Tochter war es wichtig, auch mal unbeobachtet mit dem Roller durch den Park zu düsen. Und hatürlich hatten wir abgesprochen, bis wohin sie fahren durfte. Aber das Gefühl, selber einen kleinen Weg zu bestimmen, war sehr wichtig.

Radfahren, das große Unterfangen


Mit einem Fahrrad zu fahren war in meiner Kindheit eine größere Sache. Es gab keine Laufräder, sondern es gab höchstens Kettcars und Bobbycars, mit denen man vor dem Radfahren sich bewegen durfte. Radfahren selbst lernte die meisten Kinder wie ich mit Stützrädern und es dauerte gefühlt damals relativ lange, bis die Stützräder ab waren. 
Meine Tochter hatte letztens ihr erstes Fahrrad bekommen. Ohne Stützräder. Und das, was gefühlt bei mir damals ewig dauerte, dauerte bei ihr nur wenige Minuten. Ich schob sie ein wenig an und dann radelte sie los. Ohne hinfallen. Ich finde Radfahren relativ schwierg: Balance halten, lenken, den Weg vorausschauen, Pedale treten und dann zur Not auch noch bremsen. Aber sie machte das bei ihrem ersten Versuch so toll, dass ich das Gefühl hatte, jetzt hat sie wieder einen weiteren Schritt erreicht.

Aus dem kleinen, hilflosen Baby ist ein kleines Kind geworden, was sich ausdrücken, ausprobieren  und mit einem Fahrrad fahren kann. Das Tempo, mit dem das passiert, ist enorm. Elternsein bedeutet nicht nur einfach, da zu sein und zu unterstützen, sondern auch loszulassen und meinem Kind einfach auch Räume zu schaffen für neue Erfahrungen und auch (vermeintliche) Gefahren. 

Welche Schritte eurer waren für euch besonders? Was hat euch gezeigt, jetzt wird euer Kind groß?



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