Mittwoch, 13. Juni 2018

(Ab)stillen in der Schwangerschaft



So, ich gestehe: Ich bin euch da schon eine kleine Weile einen Artikel schuldig. Und weil sich in letzter Zeit die Nachfragen häufen habe ich mich jetzt endlich mal rangesetzt. Also, das, was so viele von euch umtreibt ist offensichtlich das Thema: Stillen in der Schwangerschaft und wie ich das so mache.

In der Schwangerschaft weiter stillen?


Die kurze Antwort ist: Gar nicht. Denn: Ja, ich habe abgestillt. Es ging einfach nicht mehr. Da ist sicher jede Frau anders gepolt und es ist natürlich total gut möglich in der Schwangerschaft zu stillen. Oder ein (Klein)kind und ein Baby tandem zu stillen. Alles machbar, wenn die Frau das gerne möchte. Ich für meinen Teil wollte das nicht. Nicht, weil ich das komisch finde, sondern weil ich schlicht Schmerzen beim Stillen hatte. Jedes Mal wenn Herr Annika gestillt hat, hatte ich Schmerzen.



Schmerzen bei Stillen


Am Anfang waren diese Schmerzen noch aushaltbar, es war eher so ein unangenehmes Ziehen in der Brust. Aber im Verlauf der Schwangerschaft nahm das zu. Und da dachte ich: Stop, Halt, ICH möchte das nicht mehr. Und so wie mein Sohn das Recht auf den Wunsch nach gestillt werden hat, so habe ich das Recht das nicht mehr zu wollen. Ich dachte am Anfang immer noch: Ach, halte doch noch durch. Still ihn doch noch morgens weiter. Oder abends, zum Einschlafen.

nächtliches Abstillen


Das nächtliche Stillen hatte ich bereits im Dezember abgewöhnt, relativ einfach. Ich habe meinem Sohn nachts, als er danach fragte, erklärt, dass keine Milch mehr da ist. Er legte seine Hand auf meine Brust und schlief wieder ein. Und seitdem, das möchte ich auch erwähnen, mehr oder weniger durch. Dennoch glaube ich nicht, dass nächtliches Abstillen nun ein Allheilmittel für schlechte Schläfer_innen ist. Ich denke bei uns war es eh eine Zeit der Umstellung und Abstillen und Durchschlafen fielen irgendwie sowieso zusammen. Mein Sohn war zu diesem Zeitpunkt auch schon fast zwei Jahre.

Ein Kleinkind stillen


Was das tagsüber gestillt werden angeht: Ich dachte, ich mache das solange wie es für uns beide passt. Und wäre ich nicht schwanger geworden, ich könnte mir vorstellen ihn auch jetzt noch zu stillen. Aber es tat mir einfach zu sehr weh. Also beschloss ich: Nein, es ist genug, tut mir leid. Kurz vor seinem zweiten Geburtstag erklärte ich ihm also, dass es keine Milch mehr für ihn gibt, die Brust sei für das Baby. Und mein Sohn nickte und erklärt mir seit dem jeden Tag, dass in meiner Brust Milch fürs Baby ist und es bald daraus trinken kann.

Ich möchte nicht mehr stillen


Ich hatte mich schon auf etwas Gegenwehr eingestellt, aber mein Sohn hat sich nie beklagt. Ich las einige Artikel darüber wie schlimm es für andere Kinder ist abgestillt zu werden und noch nicht bereit dafür zu sein. Keine Ahnung, ich habe da natürlich kein Patentrezept. Aber ich denke, dass es in meinem Fall auch so war, dass ich MEINEN Wunsch ihn nicht mehr zu stillen sehr klar und genau vorgetragen habe. Da war kein Platz für Diskussionen oder Rückfälle, eben aufgrund der Schmerzen. Wäre ich nicht schwanger, es würde mich nicht stören meinen Zweijährigen weiterhin zu stillen. So aber ging es nicht und das ist für mich vollkommen in Ordnung.

Ungeplant abstillen


Für uns beide war es vielleicht ein wenig ungeplant, aber trotzdem hat es für uns eben gut gepasst. Ich weiß, dass beide Kinder, wenn das Baby auf der Welt ist, nach Muttermilch fragen werden. Und dann werde ich ihnen etwas in kleine Gläsern anbieten, denn ich finde es ziemlich normal, dass sie mal probieren wollen, was ihr Geschwisterkind da so bekommt. Die Neugier haben wir ja auch in uns, oder?

Ich habe also keinen echten Abstill-Tipp für euch, wenn ihr euch das erhofft habt. Für mich, für uns war es offenbar der richtige Zeitpunkt, so dass mein Sohn das vollkommen in Ordnung fand.

Erzählt doch mal wie es bei euch war? Oder wie ihr das Stillen in der Schwangerschaft erlebt, denn es muss ja nicht weh tun wie bei mir.

Kommentare:

  1. Ich habe während der Schwangerschaft schleichend weniger gestillt, weil es wirklich weh tat. Quasi mit jeder Stufe, die es mehr schmerzte, habe ich eine "Mahlzeit" weniger gestillt, sodass wir am Ende wirklich nur noch beim Einschlafstillen waren. Abstillen wollte ich nicht und bin im Nachhinein auch froh, es nicht gemacht zu haben. Der Lütte ist jetzt zweieinhalb und ich stille "Tandem", wobei ich nicht gleichzeitig beide Kinder stille, sondern ihn nur noch morgens und abends und die Lütte nach Bedarf, klar. Aber ich habe aufgrund der Schmerzen wirklich zwischendurch geschwankt und mir vieles gut überlegt, und die letzten Wochen waren richtig schwer und deshalb habe ich ganz schön reduziert. So Schritt für Schritt hat es gut geklappt.

    Es freut mich riesig, zu lesen, dass Herr Annika (ich bin ja tierisch gespannt auf den nächsten neuen Namen) jetzt gut schläft. Witzigerweise lief es bei uns mit dem Lütten sehr ähnlich ab.

    Herzlichste Grüße

    Lea

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Andrea,

    bei uns hatte sich das von selber erledigt. Nach dem 1. Geburtstag von K1 wurde es mit Stillen immer weniger, und als sie dann 4 Monate später nicht mal mehr beim Einschlafen und nach dem Aufwachen nach der Brust verlangt hat, haben wir einfach aufgehört. 6 Wochen später hab ich dann erfahren, dass ich wieder schwanger bin.

    Wenn es mit dem Abstillen nicht so problemlos geklappt hätte, würde ich jetzt vermutlich immer noch stillen und mir kurz vor der Geburt von K2 dann was überlegen...

    LG, Simse

    AntwortenLöschen
  3. Hallo, bei mir war das ganz ähnlich. Mir taten in der Schwangerschaft auch die Brüste sehr weh beim Stillen meines fast zweijährigen Sohnes. Zu diesem Zeitpunkt stillte ich nur noch sehr kurz zum Einschlafen am Mittag und auch abends. Zuerst dachte ich, ich "müsse da jetzt durch" und hielt trotz Schmerzen aus (und hin). Nach einigen Wochen wurde mir aber klar, daß das so nicht mehr geht. Ich sagte meinem Sohn ganz klar, dass ich ihn nun nicht mehr stillen würde und wir stattdessen ein Buch anschauen würden zum einschlafen. Er hat das auch ganz gut akzeptiert. Ein paar Mal fragte er noch nach der Brust, aber dann war auch gut.

    AntwortenLöschen
  4. Interessant war für mich, dass er dann ein paar Wochen später, als das Baby da war und er auch mal an der Brust probieren wollte, gar nicht mehr wusste wie das geht :-) Er saugte nicht, tat nur so :-)
    Und damit war das Thema Stillen dann auch erledigt.
    Alles Gute und liebe Grüße!

    AntwortenLöschen
  5. Liebe Andrea,
    ich habe meinen Sohn mit fast 2,5 Jahren abgestillt, nachdem ich zum wiederholten Mal krank gewesen war und ich das Gefühl hatte, keine Kraft und Energie für das Stillen mehr zu haben. Auch er hat es ohne Probleme zu hingenommen, ich habe es ihm erklärt und kein Spielraum für Interpretationen gelassen. Er wusste, ich habe diese Entscheidung bewusst getroffen und möchte sie auch nicht mehr rückgängig machen. Mittlerweile denke ich, dass die Kinder genau spüren, wann man sich als Elternteil mit seiner Entscheidung im Klaren ist und wann eben nicht. Das letztlich führt dann auch zum Gelingen. Auch in anderen Bereichen.
    Alles gute für dich,
    Grüße
    Melanie

    AntwortenLöschen