Mittwoch, 11. April 2018

Allein mit einem Kind unterwegs



Neulich hatte ich einen Termin und konnte nur eins der Kinder mitnehmen. Die Wahl fiel, aus sehr praktischen Gründen auf meinen anderthalbjährigen Sohn, einfach, weil meine Freundin besser auf meine Vierjährige aufpassen konnte. Und bevor wir losgingen dachte ich noch: Puh, das wird eine Herausforderung. Aber nee, Pustekuchen.

Allein mit einem Kind unterwegs sein


Herr Annika lief an meiner Hand, er ließ sich von mir tragen, er saß in der Bahn neben mir und schaute aus dem Fenster. Und ich dachte: Meine Güte ist das entspannend! Wirklich! Ich verstand in dem Moment warum so viele Menschen nicht verstehen, wenn ich Verabredungen absage, weil ich mit zwei Kindern nicht durch die halbe Stadt fahren möchte. Oder warum ich Dates aufs Wochenende verschiebe und meinen Mann mitbringe. Es liegt schlicht daran, dass jeder Ausflug mit zwei Kindern in den öffentlichen Verkehrsmitteln eine nervenbelastende Angelegenheit ist.



Zu Dritt in der Bahn - irgendwie stressig


Nicht nur, dass ich für uns Drei irgendwie Sitzplätze organisieren muss, nein, ich muss auch aufpassen, dass niemand die Schuhe an anderen abstreift, Wasser oder Obst irgendwo hinkrümelt, dass wir die Haltestelle nicht verpassen. Sind Bus oder Bahn zu voll müssen wir stehen, die Kinder und ich uns irgendwo festhalten und ich die Zwei bei Laune halten. Das ist alles ganz normaler Alltag, aber ich bin nicht gewillt das immer mitzumachen. Und deswegen sage ich eben oft ab.

Zwei Wirbelwinde unterwegs


So allein mit nur einem Kind, ehrlich, das war der Himmel auf Erden. Früher habe ich nie verstanden was Eltern meinen, wenn sie davon schwärmen mal einen Nachmittag mit nur einem Kind verbringen. Das kam, bis zu diesem Termin noch NIE bei mir vor. Ich wusste ja nicht, was ich verpasse. Und mir ist nun wirklich, ganz ohne die andere Seite zu verurteilen, klar, wieso die meisten es nicht nachvollziehen können, wenn ich eben absage. Denn wer nur ein Kind hat, noch dazu eines was der Kleinkindphase vielleicht entwachsen ist, der kann das nicht nachvollziehen. Der hat den Stress vergessen oder eben nie erlebt, wie es ist auf zwei Wirbelwinde aufzupassen.

Mit Kind zum Termin


Beim Termin erwartete mich übrigens ein Mann, der sehr überrascht war, dass ich zu unserem Gespräch mein Kind mitbrachte. Das sei ihm in seiner ganzen Karriere noch nicht passiert. Ich zuckte die Achseln, weil ich tatsächlich zu beruflichen Terminen schon oft meine Kinder mitgenommen habe. Also wie gesagt, immer eins, und eigentlich nur meine Tochter. Bei meinem Sohn hatte mein Mann lange Elternzeit, so dass ich die Gespräche allein erledigte. Dennoch finde ich es normal, auch mal ein Kind mitzubringen.

So, und jetzt will ich wissen: Wie wuppt ihr das mit zwei (oder mehr) Kindern? Macht ihr alles? Fahrt ihr immer mit dem Auto? Oder seid ihr einfach belastbarer als ich?

Kommentare:

  1. Ich hab das ja 8 Jahre lang durch - und kann nur sagen, es ist sehr, sehr anstrengend. Gerade im Urlaub, oder wenn dann noch "Extras" wie Krankheit dazu kommen.

    Liebe Grüße, gern gelesen!
    Christine

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  2. Zum Glück wohne ich in einer Kleinstadt, wo man alles zu Fuß, per Fahrrad oder Auto erledigen kann. Selten fahren wir öffentlich in die nächstgrößere Stadt, einfach weil bei uns in der Nähe auch alle Einkaufszentren liegen. Das Hinfahren ist ja noch nett, aber das Heimfahren nervt tierisch mit 3 Kindern. Mit Buggy kommt man nie in die volle Straßenbahn, in der Trage wird das Kind zerquetscht beim Stehen, keine Sitzplätze... da fahre ich lieber gemütlich mit dem Auto! Also ich würde den Stress mit Öffis und 3 Kindern absolut nicht aushalten!!!!

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  3. Ich kann dich total verstehen. Ich nehme zu Terminen wenn möglich gar kein Kind mit. Und wenn dann nur eins und nicht zwei. Ich benutze keine öffentlichen Verkehrsmittel, da wir auf dem Land leben und hier keine Anbindung herrscht. Wir gehen also entweder zu Fuß, was hier sehr entspannt ist, weil hier wenig Verkehr herrscht, oder wir nehmen das Auto. Mit zwei Kindern unterwegs gerate ich sehr schnell in Stress und ins Schwitzen. Ich bin sehr wenig belastbar durch eine chronische Erkrankung, fühle mich oft kraftlos. Ich bin dann auch wenig geduldig mit den Kindern, der Stress überträgt sich. Daher vermeide ich es. Viele Grüße!

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  4. Ich mache vieles mit drei Kindern (6,4 und fast 2 Jahre alt) (Schwimmunterricht, andere Nachmittagsveranstaltungen, Einkaufen, Arztbesuche), und es ist anstrengend, klappt aber erstaunlich oft gut. Wir fahren meist mit dem Fahrrad, da entspannt die Fahrt mich und ist eine kleine Auszeit! Aber abends bin ich dann schon geschafft!

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