Mittwoch, 30. November 2016

Mein zweites Kind - Niemals allein





Als wir im März in Kitzbühel waren, zum Babymoon im Q! Hotel, da hatten wir ja auch eine Auszeit mit einer Hebamme. Das war Teil unseres Programmes und ich hätte das sehr genossen, wenn ich nicht auch noch verdachtsweise ins Krankenhaus gemusst hätte.
Allerdings ist mir neben dem tollen Hotel und dem wunderbaren Essen (daran denke ich wirklich noch sehr sehr oft - was sagt das eigentlich über mich) vor allem über eine Sache nach:

Leben mit zwei kleinen Kindern


Die Hebamme Martina sprach mit uns über das Leben als baldige Zweifacheltern und, hormongeladen wie ich war, fing ich an zu weinen. Weil es mir so leid tat, dass sich für das Runzelfüßchen ihre Welt nun ändern würde. Sie muss lernen zu teilen, vor allem die Aufmerksamkeit und die Liebe ihrer Eltern. Damals wusste ich ja noch nicht was ich heute weiß, nämlich, dass Liebe, so kitschig es klingt, sich nur vermehrt. Und, dass Teilen ein grundlegende Erfahrung ist, die Kinder oft auch beflügelt.



 Keine Exklusivität fürs Baby


Nun, jedenfalls ließ ich den Tränen freien Lauf. Und die Hebamme sah mich an und meinte: "Ich verstehe dich. Aber hast du schon mal überlegt, dass deine Tochter zwei Jahre mit euch ganz allein hat, und das Baby das niemals haben wird? Er wird immer das zweite Kind sein. Ohne diese Exklusivität!"

Wie ist das Leben mit zwei Kindern?


Ich dachte: Aber das Runzelfüßchen! Das arme Kind! Das lag vermutlich daran, dass man sich einfach wirklich nicht vorstellen kann wie das Leben mit zwei Kindern so ist. Dass da eben auf jeden Fall genug Liebe ist, dass es, zumindest bei uns, so wunderbar harmoniert und die Kinder sich einfach so sehr lieben. Ich war einfach nur traurig und vielleicht ein stückweit auch ängstlich weil sich unser Familienleben nun ändern würde.

 Bruder- und Schwesterliebe


In diesen Tagen, das erste Weihnachten zu viert steht bevor, da denke ich oft an diesen Satz und an die Zeit im Q! Resort * 
Meine Angst vor der Änderungen in unserer Familie waren vollkommen unbegründet. Das Runzelfüßchen und Herr Annika verstehen sich blind, sie ist eine großartige große Schwester und denkt ihren Bruder immer mit. Als wir zum Beispiel in den Urlaub fuhren hatte sie NICHTS für sich mit, sondern ihre ganze Tasche mit Spielzeug für ihren Bruder gefüllt. Sie passt auf ihn auf und hat ihn lieb.

Zweitgeborene haben weniger exklusive Zeit


Die Hebamme Martina hatte aber damals recht. Das Baby, und das bedauere ich manchmal hat wirklich nie uns Eltern für sich allein. Vielleicht mal ein paar Stunden, aber nie so, wie seine Schwester das eben hatte. Das bekümmert mich in ganz seltenen Momenten dann doch. Dafür, das weiß ich ja, hat er eine Schwester. Er wird mit ganz anderem Trubel groß, kommt vielleicht weniger zur Ruhe und kann im Vergleich zu seiner Schwester auch nicht jede Nacht zwischen uns schlafen (weil da eben das Runzelfüßchen schon liegt). Herr Annika muss sich mehr den "Zwängen" die in einer Familie herrschen, z.B. den Zeiten des in den Kindergartenbringens unterwerfen .

Geschwister: Partner in Crime


Dafür aber hat er auch immer einen Partner in Crime an seiner Seite. Diese eine Person, die ihn, außer seinen Eltern, unbeschreiblich liebt, die ihn in ihrem Leben immer mitdenkt und ihm hoffentlich für den Rest des Lebens zur Seite steht.





*Für die Interessierten, auch 2017 wird es übrigens wieder Babymoon-Pakete  geben und ich kann die euch nur wärmstens ans Herz legen. (Und nein, das ist keine Werbung sondern echte Überzeugung!)



Kennt ihr das, wenn manche Sätze euch auch nach Monaten noch verfolgen, weil sie irgendeinen Nerv treffen? Verratet ihr mir, welche das sind?

1 Kommentar:

  1. Der Große wird immer der Große sein. Er wird immer der vernünftige sein müssen.

    Und

    Der Große hatte nur so wenig Zeit mit euch allein, er musste schon so früh zurückstecken.

    Und.

    Hach endlich eine Prinzessin, da freuen sich eure Eltern aber bestimmt. 😠

    Die ersten zwei Sätze treffen mich so, weil sie so wahr sind. Weil ich es nicht ändern kann und es mir für den Großen einfach leid tut. Klar er hat dafür die von dir genannten Vorteile von Geschwistern und er ist eben auch der Große, der schon viel mehr darf, aber das aber bleibt eben trotzdem im Kopf.

    Der letzte Satz ärgert mich einfach maßlos, weil er soviel unterstellt was schlicht falsch ist. Erstens ist meine Tochter keine Prinzessin. Dieses prinzessisieren aller Mädchen heutzutage kotzt. Mich. An!
    Zweitens klingt das so als wäre man als Familie erst komplett wenn man Junge und Mädchen hat. Das ist so dermaßen unsinnig und blöd das mir dazu echt nix mehr einfällt.
    Und drittens unterstellt der Satz irgendwie, das wir die ganze Zeit nur drauf gewartet hätten ein Mädel zu kriegen, das die Jungs zwar ganz nett aber eben nicht genug, nicht toll genug sind. Sowas zu Kindern zu sagen 😠😠😠
    Ich wollte eigentlich nie Mädchen, wegen diesem ganzen rosa Pri zessinenquatsch. Aber letztendlich War und ist es mir wusch. Ich wollte Kinder und ich bin unendlich glücklich damit.

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