Freitag, 29. Juli 2016

Wie beantrage und finde ich eine Familienhilfe / Mütterpflegerin?

Mütterpflegerin, wie beantrage ich eine Mütterpflegerin, wie beantrage ich eine Familienhilfe, was ist eine Familienhilfe, Familienhilfe Berlin, Elternblog, Runzelfuesschen


"Hol dir doch zur Unterstützung eine Mütterpflegerin!" - Eine was bitte? So ungefähr war meine Antwort, als mir das erste Mal das Wort Mütterpflegerin begegnete. Zum Glück war die liebe Ulrike von Maternita, die mir bei einem zufälligen Treffen davon erzählte ganz genau informiert.

Mütterpflegerin oder Familienhilfe


Eine Mütterpflegerin, oder auch Familienhilfe genannt, kommt nach Verordnung vom Arzt und dem OK der Krankenkasse zu euch nach Hause und hilft im Haushalt. Oder, wie in meinem Fall, mit dem Kind. Oder geht einkaufen. Oder bekocht euch. Eben genau das, was ihr in der jeweiligen Situation gerade braucht. Heute will ich euch von diesem wirklich tollen Hilfsangebot berichten, aber auch auf einige Probleme hinweisen, die sich mit der Familienpflege ergeben können.

Krankenkasse lehnt Mütterpflege ab


Zunächst mal: Krankenkassen lehnen diesen Service gern mal ab. Oder bieten ihn gar nicht erst an. In meinem Fall war es so, dass es zunächst hieß: Nein, machen wir nicht. Aber Freundinnen im Netz, wie die tolle Lisa oder eben auch Ulrike bestätigten mich darin, es erneut zu versuchen. Und mein Frauenarzt war ebenfalls an Bord. Denn durch die lange Zeit im Krankenhaus und meine Krankheit war es mir einfach nicht so schnell möglich, das normale Familienleben aufrecht zu erhalten. Mir ging es zum Beispiel zu keinem Zeitpunkt um mich, sondern nur darum, dass das Runzelfüßchen aus dem Kindergarten abgeholt wird.



Antrag auf Familienhilfe bei der Krankenkasse


Um eine Mütterpflegerin oder Familienhilfe zu beantragen müsst ihr euch zunächst an die Krankenkasse wenden. Die hat nämlich einen Vordruck, den zum Teil ihr und zum Teil eure/r Arzt/Ärztin ausfüllt. Ehrlich, ich bin nicht auf den Kopf gefallen, aber ich habe mich beim Ausfüllen doch schwer getan. Weil es in meinem speziellen Fall ja darum ging, dass niemand außer mir meine Tochter vom Kindergarten abholen konnte. Das Baby versorgen konnte ich, einkaufen mein Mann und den Haushalt, na der musste eben ruhen.

Antrag von der Krankenkasse etwas schwer verständlich


Das aber in einem Antrag auch so zu formulieren, das fiel mir schwer. Lasst euch aber in keinem Fall entmutigen.
Zum Glück wusste mein Arzt aber, was er schreiben musste, denn das zählte bei meiner Krankenkasse irgendwie mehr. Jedenfalls bekam ich die Zusage, dass ich die Familienhilfe in Anspruch nehmen durfte. Taha, dachte ich, alles fein.

Keine Hilfe bei der Suche nach Mütterpflegerin


Nun, ganz so einfach ist es leider nicht. Denn: Die Krankenkasse hilft einem nicht bei der Suche nach einer geeigneten Person. Da müsst ihr selbst aktiv werden. In den kommenden Tagen hing ich nur am Telefon und bekam eine Absage nach der nächsten. Mein Tipp für euch: Ruft bei der Arbeiter-Wohlfahrt oder einer anderen karitativen Einrichtung an. Die sind gut vernetzt und können euch Tipps geben wo ihr euer Glück versuchen könnt. Hier würde ich mir definitiv mehr Unterstützung wünschen.

Problematisch: Kurzfristige Suche nach Familienhilfe


Das Problem ist nämlich: Ihr könnt ja auch ohne OK der Krankenkasse schon suchen. Aber was, wenn die Zustimmung dann nicht kommt? Oder was, wenn ihr niemanden findet? In den allermeisten Fällen weiß man ja erst kurzfristig, dass man Hilfe braucht. Den Satz, den ich in der Zeit am meisten hörte was: "Leider schon voll, gern nächsten Monat noch mal anrufen."

Mütterpflege muss nicht alles anbieten


Auch wichtig: Nicht jede Mütterpflegerin bietet alles an. In meinem Fall waren einige dabei die die Betreuung von Kleinkindern schlicht ablehnten. Ihr gutes Recht, aber deswegen müsst ihr wieder und wieder und wieder euer Verslein aufsagen was genau ihr sucht.
Ich hatte die Bewilligung bereits in den Händen aber niemanden, der sie umsetzen konnte. Gelinde gesagt war ich verzweifelt, denn was hilft mir die theoretische Unterstützung wenn ich praktisch niemanden finde?

Erfahrung mit Maternita Schwangerschaftsconcierge


Ich hatte großes Glück, denn die wunderbare Inga, die gemeinsam mit Ulrike den Schwangerschaftsservice Maternita betreibt, hatte eine Idee. Nach einem Telefonat, bei dem ich ihr schilderte was mein Problem war, versprach sie, sich mal umzuhören. Und ohne Witz, keine Stunde später rief sie wieder an: Sie hatte eine Mütterpflegerin für mich gefunden. Mir fiel ein riesengroßer Klumpen vom Herzen und ich war unfassbar dankbar. Es zeigt sich mal wieder: Manchmal braucht man wirklich die Hilfe von Profis. Denn Maternita ist 1000 mal besser vernetzt als ich. Für mich steht nach diesem Erlebnis fest: Von jetzt an werde ich meinen schwangeren Freundinnen Maternita ans Herz legen.

Nicht jede Mütterpflege ist sympathisch


Wir hatten also unsere Mütterpflegerin gefunden. Und wie ihr lesen konntet: Es war nicht leicht. Und hier kommt dann auch ein weiteres Problem: Weil man eben kaum die Wahl hat, muss es auch nicht immer harmonieren. Das ist ganz normal und sollte eigentlich nicht stressen. Tat es in meinem Fall aber doch. Denn ich habe der Frau ja meine Tochter anvertraut. Das Runzelfüßchen fand sie zum Glück nett und ich merkte auch, für mein Kind gab sie sich Mühe. Unsere Differenzen blieben leider bestehen.

Familienhilfe wechseln - Krankenkasse informieren


Ich habe meinen Antrag dann verlängert und eine neue Mütterpflegerin gesucht. Nun hatte ich ja mehr Zeit für die Suche. Denn das Gute ist: Natürlich dürft ihr jederzeit wechseln. Einfach der Krankenkasse Bescheid geben, dann gibt es neue Unterlagen und der Wechsel ist perfekt. Ich hatte großes Glück. Durch meinen Wechsel fand ich eine Familienhilfe, die mit dem Runzelfüßchen zu jeder Schandtat bereit war. Die zuverlässig kam, bei der ich mich wohlfühlte. Wie gesagt, wen man mag oder nicht, das ist ja ganz verschieden (und hat überhaupt nichts mit der Vermittlung durch Maternita zu tun). Für mich harmonierte es mit der zweiten Hilfe einfach viel besser.

Mutterpflege unterstützt in Schwangerschaft


Ich kann nur sagen: Holt euch die Hilfe, die euch in vielen Fällen zusteht. Ohne die Mütterpflegerin wäre bei mir nichts gegangen, vermutlich wäre ich wieder im Krankenhaus gelandet. Es ist schon wenn man topfit ist schwer, einem Baby und einem Kleinkind gerecht zu werden. Mithilfe der Familienpflege habe ich das aber ganz gut hinbekommen. Kuschelzeit mit dem Baby und Auskurieren für mich, während das Runzelfüßchen die exklusive Aufmerksamkeit einer Erwachsenen.

Familienpflege auch durch Freunde und Familie möglich


Ihr könnt als Familienhilfe übrigens auch Familie, Freunde oder Bekannte nehmen. Die werden auch von der Krankenkasse bezahlt. Allerdings kenne ich persönlich niemanden, der zu dieser Zeit frei gewesen wäre, die meisten Menschen arbeiten ja, wenn Kitaabholzeiten sind.
Auch wichtig zu wissen: Die Mütterpflegerin kommt nur wenn niemand anderes da ist. Also weder am Wochenende, noch, absurderweise, wenn der Ehepartner mit 40 Grad Fieber zuhause ist.

Hilfe durch Mütterpflege oder Familienhilfe


Ich kann euch nur raten: Schaut euch mal um, vielleicht hilft eine Mütterpflegerin. Die kann bereits in der Schwangerschaft helfen und wohl bis zu acht Wochen nach der Entbindung. Darüber hinaus sobald ein Elternteil ins Krankenhaus muss. Das ist jedenfalls die offizielle Version meiner Krankenkasse. Individuelles Vorgehen ist da sicher auch üblich. Ich finde, trotz der Schwierigkeiten einen Mütterpflegerin zu finden (das schreckt schon ab), lohnt es sich. Für mich kann ich sagen: Ohne Familienhilfe wäre es nicht gegangen.

Habt ihr Erfahrungen mit dieser Art von Hilfe?

1 Kommentar:

  1. Hallo Andrea,

    Ich bin froh, dass es schlussendlich auch bei dir zu einem guten Ausgang gekommen ist.

    Ich war in der Schwangerschaft auf Hilfe angewiesen. Mir ging es gesundheitlich nicht gut und ich musste, da mein Mann außerhalb arbeitet, neben der Schwangerschaft noch drei Kleinkinder allein betreuen.

    Die Genehmigung der Krankenkasse hat unendlich lange gedauert. Außerdem habe ich, genau wie du, nach der Genehmigung keinen Dienst gefunden, der die Pflege übernehmen wollte.

    Nach über vier Wochen, die ich mehr schlecht als recht überbrücken konnte, war es dann endlich so weit. Rückblickend muss ich sagen, dass sich der Aufwand mehr als gelohnt hat. Wir haben glücklicherweise sofort eine echte Fee für uns gefunden, die sich rührend um die Kinder gekümmert hat.

    Das gesamte Drama in allen Akten hatte ich auch auf meinem Blog beschrieben. Zu finden unter http://kinder-kueche-kaufrausch.blogspot.com/2016/01/haushaltshilfe-eine-fee-fur-uns.html.

    Ich würde mich freuen, wenn dein oder auch mein Beitrag dazu beitragen könnten, dass es mehr Unterstützung bei der Suche nach Familienhilfe gibt. Schließlich sollte man, wenn man auf Hilfe angewiesen ist, nicht auch noch bei der Suche danach verzweifeln müssen.

    Viele Grüße
    Mama Maus

    AntwortenLöschen