Mittwoch, 22. Juni 2016

Trägst du dein Baby immer?

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"Willst du das Baby nicht mal ablegen?"
"Das kann doch nicht gut sein. Herr Annika muss ja auch mal lernen allein zu sein."
"Niemand trägt sein Baby so wie du pausenlos mit sich rum."
Und natürlich habe ich in den letzten Wochen auch den Klassiker gehört: "Du verwöhnst ihn ja jetzt schon!"

Kleine Babys verwöhnen? 


Nur mal zur Erinnerung, das Baby ist erst wenige Wochen alt.
Und mag nun mal nicht ohne Körperkontakt sein. Ich kenne das auch schon vom Runzelfüßchen, die wollte nämlich in den ersten Monaten auch nicht ohne Körperkontakt leben. Und damals wie heute erinnert mich das an niedliche kleine Affenbabys, die ja auch permanent am Fell der Mutter krallen.Also nicht vom Aussehen her, sondern von der Art, dieses nah, nah, nah an Mama sein.
Das ist also, so glaube ich, einfach etwas, das tief in uns drin ist.



Baby schläft nicht im eigenen Bett


So trage ich Herrn Annika also den ganzen Tag, lass ihn Tag und Nacht auf mir schlafen und finde da überhaupt nichts dabei. Was mich aber nervt sind diese Kommentare. Es mag ja Babys geben, deren Nähebedürfnis weniger ausgeprägt ist, die nachts im eigenen Bett schlafen und sich auch tagsüber gern ablegen lassen. Meine Kinder gehören nur nicht dazu. Und wieso sollte ich ihnen das, was so einfach zu geben ist vorenthalten. Nähe und Wärme. Gehalten werden - von Mama und Papa, das ist es, was unsere Kinder von uns wollen. 

Baby ablegen? - Unmöglich


Natürlich gibt es Momente in denen ich Herrn Annika auch mal ablegen wollen würde. Um aufzuräumen, um Wäsche zu machen oder einfach auch nur mal nicht mehr immer auf dem Rücken schlafen zu müssen. Um mal wieder richtig für das Runzelfüßchen dazu sein, statt immer nur einarmig zu kuscheln, wenn mein Mann nicht zuhause ist. Aber dann denke ich: Herr Annika ist nur einmal so klein. So kuschelig und nähebedürftig. Also gebe ich ihm was er braucht. Den Kuschelplatz direkt an meinem Herzen.

Kommentare:

  1. Liebe Andrea, erstes Muttergebot: bloß nicht reinreden lassen und mit deinen Kindern das tun, was DU für richtig hältst! Lieber ein paar lustige Kontersprüche ausdenken, oder bei Tollabea vorbei gucken, die hatte dazu neulich ein gutes Youtube-Video mit möglichen Antworten auf dumme Fragen. Und übrigens: unser Oskar lässt sich auch nicht ablegen, ist halt so mit kleinen Babys. Also, halt die Ohren steif, Laura

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    1. Liebe Laura,

      ja, das mit dem Reinreden: Ich ignoriere es ganz oft, aber so geballt und von nahe stehenden Personen nervt es dann irgendwann doch. Das heißt ja nicht, dass ich aufhöre ihn zu tragen, wohl aber, dass ich das Gefühl bekomme, ich sei allein damit. Dann kommt es mir so vor als hätte nur ich ein Baby, dass quasi auf mir wohnt. Und dann kommst du mit deinem schönen Kommentar und ich weiß: Nein, alles richtig so. Danke dir dafür. <3

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  2. Moin,
    du bist überhaupt nicht allein damit! Ich habe auch so ein nähebedürftiges Exemplar zu Hause und kenne viele, denen es auch so geht. Allerdings nerven mich die Kommentare ebenso, vor allem von meiner Mutter. Ich versuche es so zu sehen, dass sie es nur gut mit mir meint, und eine Lösung für meine Erschöpfung finden will. Aber ich will keine auf Kosten des Kindes (würde mich eher über einen Wohnungsputz freuen, aber so weit geht die Hilfsbereitschaft dann doch nicht.)
    Ich habe meinen Mann geheiratet, weil er mich in den Arm nimmt, wenn ich es brauche und mir eine Geborgenheit vermittelt, die ich leider so von meinen Eltern nicht kenne. Warum sollte ich das meinem Sohn verwehren.
    Liebe Grüße
    Anne

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    1. Liebe Anne,

      boah, ein Hausputz - das wäre was. :) (Ich musste wegen der Hilfsbereitschaft dann doch lachen). Und du hast so recht, WIR wollen Nähe und Geborgenheit, wieso sollten wir genau das den Kleinsten vorenthalten. Fröhliches Kuscheln euch!

      Liebe Grüße,

      Andrea

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  3. Du bist nicht alleine. Ich trage noch heute mein kleines Mädchen. Sie ist 14 Monate und wir zwei geniessen das sehr. Ich bin immer wieder erstaunt über was die Leute sich so Gedanken machen. Ich bin viel mobiler und freier, wenn meine kleine im Tuch ist. Ob Gartenarbeit, Museumsbesuch oder mit den grossen Brüdern auf den Spielplatz. Nie behindert mich der Kinderwagen, ich muss keine Treppen und keine vollen Züge fürchten und mein schlafendes Baby auch nirgendwo hinlegen. Tragen ist toll und dir und deinem Baby scheint es ja auch gut zu tun!

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    1. Liebe Stephanie,

      ich bin total vom Tragen überzeugt. Weil es praktisch ist und gleichzeitig soviel Nähe vermittelt. Nur bin ich irgendwie nie ans Tragen im eigenen Haus gewöhnt, also mit Tuch. Da trage ich ihn nur mit den Händen (umständlich erklärt, oder?)
      Meine Tochter wollte auch bis fast zwei getragen werden, dann war selber laufen irgendwie spannender.

      Liebe Grüße,

      Andrea

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  4. Hallo Andrea,
    ich war gestern mit Tragebaby draussen. Nur ein Kommentar war "bekommt es auch Luft?", der aber freundlich vorgetragen und klang nach ernsthaftem Interesse. Geschwebt habe ich bei "sie machen das genau richtig" von einer Dame im Alter meiner Mutter. Dann führten wir ein Gespräch, warum es gerade bei zweiten Kinder gut und richtig ist viel zu tragen - wir beide haben viele gute Gründe gewusst.

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    1. Was für ein schönes Erlebnis. So kann es also auch gehen, das freut mich sehr. <3

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  5. Beim ersten Kind war ich irritiert, dass das Baby keine Minute im Stubenwagen oder im eigenen Bettchen liegen wollte, sondern offenbar die ganze Zeit Körperkontakt brauchte. Aber wenn man das Baby nicht schreien lassen will, hat man ja keine Wahl. Also habe ich mich übers Tragen informiert und mir nach dem ersten noch zwei weitere Tragetücher gekauft. Alles bestens, Baby zufrieden, Mama auch...

    Und nun beim zweiten Kind bin ich wieder irritiert, diesmal WEIL sich das Baby ab und zu ablegen lässt, die Federwiege verweigert und nach max. zwei Stunden im Tuch reklamiert, weil sie raus will. Also lege ich sie öfters hin und lasse sie strampeln...

    Es gibt eben kein Patentrezept, auch wenn uns das die Leute einreden wollen. Aber wer auf die Signale seines Kindes achtet und dann auf seine Bedürfnisse reagiert, liegt nie falsch. Also bei unpassenden Sprüchen einfach weghören, du kennst dein Baby am besten und weisst, was es braucht.

    LG, Julia

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    1. Liebe Julia,

      ich glaube zwei soooo unterschiedliche Erfahrungen hätten mich dann auch wieder verunsichert. So von wegen: Was mach ich denn bloß falsch, dass er weniger kuscheln will. :) Aber du hast recht, einfach auf das Baby achten und die Anderen ignorieren ist der einzige Weg. Danke!

      Liebe Grüße,

      Andrea

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  6. Als wir noch keine Kinder hatten, habe ich auch so gedacht, dass es nicht normal ist, dass man das Kind die ganze Zeit herum trägt. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als eine Freundin ihr Kind bekam und sie es permanent trug, wie ich meinte, zu meinem Mann, nicht zu ihr, so diskret war ich dann doch, dass ein Baby doch auch mal schreien kann und abgelegt werden muss. Als dann unser Großer geboren war, sah es dann doch ganz anders aus bei uns. Ich konnte und wollte ihn nicht schreien lassen und habe mir sehr schnell eine Trage besorgt. Ich weiß noch wie irritiert ich anfangs war, als er nicht im Kinderwagen liegen wollte. Aber ist es so verwunderlich, in der Generation unserer Mütter gab es so was wie Tragen oder Tücher gar nicht. Da galt ja auch der Spruch noch, dass das Schreien die Lungen stärken würde.
    Und evolutionsbiologisch ist es doch ganz normal, dass Säuglinge getragen werden wollen, denn letztendlich sind wir doch nichts anderes als Affen, es sind doch unsere nächsten Verwandten. Und so argumentiere ich auch immer bei Unwissenden und stichele mit Fragen wie "Hast du im Urwald schon mal einen Kinderwagen gesehen? Und wie haben es wohl Höhlenmenschen gemacht, hatten die Kinder gleich nebenan ihre eigene Höhle?" Meistens ist dann schnell Ruhe.

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  7. Huhu :)
    Bei meiner kleinen Beli war das ganz genauso. Sie wollte immer nur auf dem Arm, im Arm, im Bett, am Körper sein. Ich konnte die Kommentare auch nicht mehr hören. "Du hast sie nur auf dem Arm, die wird sich daran gewöhnen" bzw. später (bei ihr ging das gut etwas über ein Jahr so) dann "die hat on dir gelernt, dass sie immer auf dem Arm sein muss." Und weißt du was? Die Kleine will jetzt im eigenen Bett schlafen und alleine einschlafen. Das ist ganz unkompliziert geworden. Sie hat die Nähe bekommen, die sie braucht und die Sicherheit gelernt.
    Das machst du ganz richtig. Lass die Leute reden. Weiter so! :)

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