Mittwoch, 18. November 2015

Mein Kind beisst

Kind beisst Erfahrungen beissendes Kind im Kindergarten gegen Vorurteile Runzelfuesschen


Das Runzelfüßchen beißt. Und zwar andere Kinder. Im Kindergarten. Nicht jeden Tag, aber es kommt vor. Jetzt wisst ihr Bescheid. Finde ich das schön? Nein! Finde ich es dramatisch? Nein!

An dieser Stelle könnte der Post ja eigentlich schon vorbei sein. Aber ein bißchen ausführen möchte ich das Ganze schon, vor allem in Hinblick darauf, was ich in letzter Zeit auch immer wieder in den Sozialen Netzwerken lese. Da ist von "Beißkindern" die Rede, davon, dass Eltern, Erzieher_innen und die Kinder zur Rede gestellt werden müssen. Wenn ich soetwas lese, dann passiert bei mir genau eines: Mir stellen sich die Nackenhaare hoch, weil ich von diesen Vorverurteilungen überhaupt nichts halte.

Das Kind beißt im Kindergarten


Das Runzelfüßchen hatte, wie eigentlich alle Kinder in unserem Kindergarten, eine kurze Phase des Beißens Sie wurde gebissen, von Anderen in ihrem Alter. Denn ja, es sind meist ja Kinder in einem bestimmten Alter, meiner Erfahrung nach zwischen anderthalb und zweieinhalb, die Beißen.
Meine Tochter also erprobte zunächst vor, und dann auch nach unserem Urlaub ihre Zähne und Kraft an anderen.
Die Erzieher_innen hatten das stets im Blick, informierten alle Eltern offen darüber (also auch über Bisse durch andere Kinder) und kein Elternteil hat jemals was dazu gesagt. Weil uns allen gesagt wurde, dass das passieren kann. Die Kleinen können ihre Sehnsucht nach Ruhe und Nähe noch nicht so gut verbalisieren und wenn dann ein anderes Kind vermeintlich zu nah neben ihnen Platz nimmt, dann versuchen sie auf diese Weise etwas Raum zu schaffen. Das ist nicht harmlos und wird von den Erzieher_innen auch thematisiert. Aber es wird nicht problematisiert. Das ist meiner Meinung nach sehr wichtig. Es bedeutet übrigens nicht, dass es in unserem Kindergarten ein totales Beißverhalten um sich greift. Aber es kommt eben vor. Und ich dachte vorher immer: Ich möchte bitte nicht die Mutter des beißenden Kindes sein. Nun ist es so, mein Runzelfüßchen hat ein anderes Kind gebissen und Erzieher_innen und Eltern vermitteln uns: Es ist nicht schön, aber es passiert.





 Wie reagieren Erzieher_innen, Eltern und Kinder auf ein beißendes Kind?


Mein Runzelfüßchen weiß, dass Beißen falsch ist. Sie sitzt manchmal auf der kleinen Bank in der Garderobe und erzählt mir, wen sie gebissen hat. Frage ich bei den Erzieher_innen nach, bestätigen die dies übrigens nicht immer. Die Kinder achten auch untereinander darauf, welches Kind beißt. Unsere Gruppe ist durchmischt, von eins bis sechs Jahren ist alles dabei. Und die Kinder lernen voneinander. So kommen sie zu mir gelaufen und sagen "Runzelfüßchens Mama, Runzi hat heute den Peter gebissen. Das war nicht schön." Ich bestätige das und spreche sowohl mit meiner Tochter als auch mit Peter, frage ihn, ob es ihm gut geht. Oder ich wende mich, wenn sie gerade vor Ort sind, an Peters Eltern. Wir Eltern sprechen untereinander viel, wenn wir uns sehen. Gerade, das weiß die ganze Gruppe, ist das Runzelfüßchen das Beißkind. Das ist nicht schön. Aber alle Eltern wissen, dass sowohl wir Eltern als auch die Erzieher_innen alles daran setzen, dass das Runzelfüßchen lernt ihre Pausenzeit anders zu verbalisieren.Von Seiten der Erzieher_innen wird viel auf meine Tochter eingegangen, in der Zeit in der sie müde wird und niemanden neben sich duldet. Sie bringen ihr bei "Nein" zu sagen und andere Wege zu finden, ihrem Unmut Luft zu machen.

Keine Verurteilung von Beißkindern!


Als ich es mit mehreren Eltern ansprach sagten die zu mir, dass es für sie kein Problem gäbe. Eben weil die Kinder voneinander lernen.
Ich wünsche mir, dass Beißkinder nicht sofort verurteilt werden. Das finde ich unmöglich, weil es Kinder in eine Ecke stellt, in die sie nicht hinein gehören!Sie sind keine "Beißkinder", keine Problemfälle, die in großer Runde erörtert werden müssen. Dieses Geschrei nach Gerechtigkeit, nach Maßnahmen gegen das einzelne Kind machen mich wütend, weil sie die Kleinen abstempeln. Wenn mehr Eltern und Erzieher_innen an einem Strang ziehen würden, sich nicht immer sofort anklagend voreinander stellen, dann wäre vor allem den Kindern, die sich in manchen Situationen nicht anders zu helfen wissen, geholfen. Sie würden lernen dürfen wie sie ihr Bedürfnis nach Ruhe oder Aufmerksamkeit verbalsieren können. Damit sie andere nicht mehr beißen.

Wie geht ihr mit beißenden Kindern im Kindergarten um? Was sind eure Erfahrungen?

Kommentare:

  1. Unser Kind wurde wiederholt vom selben Kind sehr heftig gebissen. Wir hätten uns einige Dinge gewünscht, die nicht geschehen sind. Zum einen hätten wir es gut gefunden, wenn die Eltern des beißenden Kindes mit dem Kind zu unserem gekommen wären, damit er sich entschuldigt, das ist aber nicht passiert. Wir wollten, das Gefahrenstellen im Kindergarten beseitigt werden (uneinsehbare Spielzelte etc) auch das ist zunächst nicht passiert. Die Bissverletzungen wurden heftiger und waren auch irgendwann nicht mehr oberflächlich, das war nicht schön. Inzwischen ist es besser geworden, aber die Umstände drum herum sind weiter sehr unschön, aber das ist ein anderes Thema über das ich vielleicht mal schreibe wenn alle zu einem Abschluss gekommen ist.

    Was ich damit sagen will: Wichtig finde ich dass sich Eltern und Erzieher korrekt verhalten und alles tun um Kinder zu schützen. Wenn unser Kind wiederholt immer wieder vom selben Kind gebissen wird, erwarte ich, dass die beiden auch mal getrennt werden und nicht gesagt wird: Jedes Kind muss immer mit jedem anderen Kind spielen können. Von Eltern erwarte ich, dass sie das Verhalten thematisieren und dass das Kind sich auch entschuldigt.

    Von Stigmatisierung halte ich auch nichts.

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    1. Das das Thema thematisiert werden muss ist klar aber ein Kind ß sich doch nicht entschuldigen. Das Kind, das beißt ist doch nicht schlecht oder böse. Kinder können sich meist in dem Alter wo das passiert noch gar nicht richtig artikulieren, geschweige denn ihre Gefühle kontrollieren. Von einem Kind zu verlangen sich für seine Gefühle zu entschuldigen wäre fatal und auch die Eltern des Kindes müssen sich nicht dafür rechtfertigen, es sei denn man würde z.B. Durch Gespärche erfahren, dass das Kind misshandelt wird oder dergleichen.(gabs alles schon) Nochmal, niemand ist schuld an solchen Situationen, man kann das nur besprechen und den Kindern andere Alternativen, der Kompensation bieten. In unserer Kita wird z.B. über Monatsthemen(Malen, sprechen, basteln, singen und vorlesen) das Thema angegangen ohne zu vermitteln, dass es um Schuld oder dergleichen geht.

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    2. Lieber Donngal,

      hm, aber stigmatisierst du das Kind nicht auch, wenn du eine Entschuldigung, vermutlich Stunden später und im Beisein aller (betreffenden) Eltern forderst? Also ich finde, das klingt beim Lesen schon schlimm. Ich weiß natürlich nicht wie alt die Kinder sind, um die es dabei geht. Aber wenn ich mir vorstelle, meine Tochter, gerade zwei, würde gezwungen werde, und das als Zwang empfinde ich deine Forderung, nachdem sie mittags jemanden gebissen hat um 16.00Uhr zum anderen KInd zu gehen und sich zu entschuldigen, dann wird mir unwohl. Natürlich ist das Beißen nicht schön, aber ich finde es auch nicht schön das beißende Kind so zu problematisieren. Das kleine Wesen, dass sich eben nicht anders zu helfen wußte, steht dann da, umgeben von Erwachsenen den vermutlich alle schimpfen und soll sich dann entschuldigen für etwas, was es vermutlich vergessen hat? Für mich klingt das nicht gut.
      Wie hat es sich denn in eurem Fall geklärt?

      Liebe Grüße,

      Andra

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  2. Hallo Andrea,

    hach das Beiß-Thema. Ein viel zu sehr thematisierter kindlicher Ausdruck. Bei uns war das Kind etwas älter als es das "normale Beißalter" vorsah und schon vor dem Beißen war allen klar, dass das kleine Mädchen bei uns sprachliche Defizite hatte. Sie war weit hinter allen. Bis dato, also zum Kindergarten war das ja nie ein Problem, die Eltern wussten was sie möchte. Im Kindergarten war das dann anders.
    Die Mädchen, also das beißende und meines haben immer gespielt. Nun gab es aber ab dem Kindergarten für meine auch spannende andere Kinder. Gerade die größeren hatten es der Motte angetan. Die konnten schon viel mehr und so schaute sie zu ihnen auf und lernt ganz viel von ihnen. Und sie konnten sich einfach anders verständigen.

    So spielten die Mädchen immer - das beißende Kind klammerte sich schnell an die Motte und zusammen waren die immer ein tolles Team. Nun zog es die Motte aber immer auch zu diesen großen Kindern. Das fand das beißende Mädchen aber blöd. Sie wollte weiter mit ihr spielen, die Motte aber eben nicht. Da die kleine Maus (das beißende Kind mag ich nicht mehr schreiben) sich aber eben sprachlich nicht ausdrücken konnte, die Motte einfach nicht wollte schien es nach festhalten der Weg der kleinen Maus zu sein.... klar erschrak ich das der erste Biss deutliche Spuren im Gesicht hinterließ. Ja verdammt es war ein keliner Schock, aber als das alles bekannt wurde, sprachen wir. Thematisierten es, machten aber kein Theater daraus. Der Mutter war es höchst unangenehm. Gerade in den letzen Zügen der Schwangerschaft mit dem kleinen Bruder (leider auch eine Wochenbett-Depression als er auf die Welt kam). Sie kam mit gesenktem Kopf auf mich zu. Das tat mir leid, aber ich machte ihr Mut. Wir kamen schnell auf die Idee, dass es einfach keine Möglichkeit gab das die Maus sich äußern konnte. Schlechte Sprache und dann auch noch die Emotionen und für sie gerade so dringlich, dass sie die Motte brachte.... ich verübele es ihr heute kein Stück.

    Heute geht die Maus in einen Sprachheilkindergarten. Macht Vorschritte und beißt nicht mehr. Sie ist liebevoll zu ihrem Bruder, ein kleiner Wildfang und läuft auch nicht mehr weg, wenn man sie nicht versteht. Die Mädchen treffen sich trotz des Kindergarten-Wechsels noch regelmäßig zum Spielen und das ist dann total schön anzusehen. Die Mutter fragt mich oft, da ich sie ja nicht täglich sehe, wie ich die Entwicklung empfinde und ich freue mich sehr, dass sie dran geblieben ist und ihrer Tochter nun geholfen wird. Aber das hatte nicht den Hintergrund, dass ich sie dazu gedrängt habe, weil sie gebissen hat (es kam schon recht oft vor ja), sondern weil Erzieher und ich das als Anhaltspunkt nahmen. Die Mutter ist dankbar dafür (damals als es ihr so schlecht ging und kein Arzt ihr so helfen wollte, bestärkte ich sie auf ihren Bauch zu hören und es zu versuchen und das scheint genau das richtige gewesen zu sein.).

    Nun hoffen wir, dass die kleine Maus weiter ihre Fortschritte macht, dass sie so fröhlich bleibt wie sie ist und das die Mädchen lange lange lange so tolle Freundinnen bleiben....

    Ich bin froh das ich nach dem ersten Schock mein Kind nicht in die Opferrolle gestellt habe und ihr immer wieder erklärt habe das die Maus nicht böse ist und das man das natürlich nicht darf, aber das die Maus gerade ja noch keinen anderen Weg weiß, wie sich sich ausdrücken soll. Das hat die Motte auch damals schon sehr gut verstanden.
    Den Link hab ich ja schon via Twitter geschickt und Du siehst, nicht alle Mamas von den gebissenen Kindern geben den beißenden Kindern die Schuld - wenn es dieses Sprachproblem nicht gegeben hätte, wäre ich gar nicht weiter darauf eingegangen, aber da etwas bewirken zu können, dass war auch sehr schön.

    Drück Dich und das tolle Runzelfüßchen!
    JesSi Ca

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  3. Hallo Andrea, unsere Tochter, jetzt 2einhalb Jahre, hat vor einem Jahr auch gebissen. Ich musste mir jeden Tag von anderen Eltern im Kindergarten teilweise sehr blöde Kommentare anhören und es war mir äußerst unangenehm. Die Erzieher haben toll reagiert: sie haben es mit meiner Maus selbst geregelt, mit ihr gesprochen und mich beruhigt. Nach dieser unangenehmen Phase, die tatsächlich auch zu blauen Flecken und Zahnabdrücken bei anderen Kinder geführt hat, hat sich alles gelegt. Nun denkt meine Tochter nicht im Traum dran, anderen Kindern einfach so weh zu tun. Und ich kann nur sagen: es kann jede Mutter und jeden Vater treffen. Die meisten Beissanfälle bei Kleinkindern kommen und gehen einfach so, daran hat meist keine(r) Schuld und es liegt ganz bestimmt nicht an der Erziehung. Halt die Ohren steif, das geht vorbei. Dein Runzelfüßchen ist ganz prima, wie es ist. Alles Liebe, Laura

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    1. Liebe Laura,

      danke dir für deine Worte. Das mit den blöden Kommentaren habe ich oft außerhalb des Kindergartens erlebt. Man wird dich relativ schnell abgestempelt. Und ich glaube, wie du schreibst: Es hat niemand Schuld ist etwas, dass mehr Eltern verstehen lernen sollten.

      Liebe Grüße,

      Andrea

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  4. Natürlich will keiner sein Kind "abgestempelt" sehen. Das hast du ja ganz toll beschrieben... aus der Sicht von jemanden dessen Kind beißt. Aus der Sicht von jemanden, dessen Kind binnen einer Woche, mit zwei Bissen nach Hause kommt die auch nach Tagen noch zu sehen sind, und dessen Kind kurz vorm Schlafen gehen ganz aufgeregt erzählt wer gebissen hat und auf ein mal gar nicht mehr gerne in die Kitagruppe geht sieht das dann vielleicht doch ein wenig anders aus.

    Auch wenn sich Kinder in dem alter vielleicht noch nicht anders behaupten können gibt es auch immer die andere Seite. Und ich finde da darf auch mal aktiv dran gearbeitet werden.

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    1. Lieber Sebastian,

      also erstens wird auch meine Tochter gebissen, das schreibe ich ja auch. Es ist also mitnichten so, dass ich da irgendwelche Erfahrungen nicht hätte.
      Zweitens, und das kannst du mir wirklich glaube, ist es ganz sicher nicht schön "die mit dem beißenden Kind zu sein". Jedenfalls nicht außerhalb unseres Kindergartens. Die Latte an Vorurteilen, die einem da entgegenschlägt, die kannst du dir denke ich nicht vorstellen.
      Und drittens: Ich habe, das schreibe ich ja auch, totales Verständnis für die Kinder, die gebissen werden. Aber: Was ist denn deine Lösung? Was wünscht du dir im Umgang mit deinem Kind?

      Liebe Grüße,

      Andrea

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  5. Liebe Andrea
    Also erstmal finde ich, dass Du das ganz toll wuppst! Du bist überhaupt nicht überreagierend, sondern sogar sehr abgeklärt. Wir hatten mit LadyGaga genau das gleiche Problem: im Alter von 2-3 war sie ein Beisskind. Oft war mir mulmig, wenn ich die Kleine von der Kita abholte. Mulmig, weil ich die Blicke der anderen Eltern fürchtete. Und die Blicke gab es!
    Wir haben mit LadyGaga geschimpft. Erklärt. Gemahnt. Wir waren streng, haben wieder erklärt. Immer interveniert. Sie hat nämlich auch uns Eltern zuhause gebissen – und zwar nicht zärtlich.
    In der Kita hat man uns aufgebaut, uns in unserem Weg bestärkt. Die Betreuerinnen sagten: Es gibt Schreikinder, Schubskinder, Haukinder, Zwickkinder und eben auch Beisskinder. Es ist eine Form der Kommunikationskompensation.“ Man hat uns gesagt, dass es nicht unsere Schuld ist. Alles gut soweit, oder? Beim Kitafest hörte ich reihenweise: „Ach, SIE sind LadyGagas Mutter?! Ihr Kind hat unseres GEBISSEN!!!“ Ich wurde angesehen, als wäre ich am unteren Ende der Nahrungskette. Die Eltern verboten ihren Kindern, mit LadyGaga zu spielen.
    Aber es kam noch schlimmer. Ich hatte ein beste Freundin, die beste überhaupt. Wir waren gleichzeig schwanger gewesen. Und Ladygaga biss auch ihr Kind. Eine Katastrophe für mich. Die darin mündete, dass meine Freundin mir Vorwürfe machte, dass ich LadyGaga falsch erziehe und dass sie immer Angst um ihr Kind hat, wenn wir zusammen sind. Weil ich LadyGaga auch mal rennen liess. Weil ich nicht bei jedem Geheul auf der Matte stand. Und weil LadyGaga eben biss. Bei dieser Tirade an Vorwürfen hat es irgendwann Klick gemacht in mir. Ich fühlte mich zum ersten Mal als Löwenmutter, die ihr Kind verteidigen muss. Mein Kind ist nicht böse!
    Mir ist auch heute noch völlig unverständlich, wie meine „Freundin“ so reagieren konnte. Und ja, ich KANN das sagen. Denn LadyGaga kam auch regemässig mit blauen Flecken von Haukindern zurück aus der Kita. Oder auch mal mit Bissen. Ich habe mich da nie so aufgeregt. Es ist sicher etwas anderes, wenn die Kinder grösser sind, 4,. 5 oder 6 und andere Kräfte da sind. Aber mit 2 oder 3 sind es doch noch Babys, die sich nicht anders zu helfen wissen. Für mich sind das Mommywars, wenn man sich über Beisskinder, Schubskinder, Haukinder in der Kita streitet. Ich glaube, alle stecken mal mehr, mal weniger ein. Die Betreuerinnen sollten natürlich intervenieren und darauf achten, dass kein Kind zu Schaden kommt. Aber ehrlich, die können ja auch nicht nonstop jedes Kind im Auge haben.
    Ich finde Beissen nicht gut und war so so froh, als das endlich aufhörte. Wir haben es wirklich nie geduldet und immer Lösungen angeboten, LadyGaga gezeigt, wie sie anders kommunizieren kann, was ein „Nein“ bedeutet. Das mangelnde Verständnis der anderen Eltern hat mich sehr verletzt. Dass mir mangelnde Erziehungsqualitäten vorgeworfen wurden, hat meine Freundschaft zerstört.
    Ich bin also ganz bei Dir, liebe Andrea! Das Wort „Beisskind“ aber finde ich persönlich nicht schlimm. Ich verstehe aber, was Du meinst.
    Fühl Dich gedrückt
    Séverine

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  6. Liebe Andrea,
    meine kleine Große ist mittlerweile 7 Jahre alt und die Beißzeit liegt -GottseiDank- lange hinter uns. Mein Kind wurde ebenfalls gebissen und hat auch selber gebissen. Ich hatte enormes Glück, wie ich jetzt anhand der Kommentare und deines Beitrags merke. Zwar habe ich mich immer mies gefühlt, wenn mein Kind ein anderes gebissen hat, aber nie haben mir andere Eltern Vorwürfe gemacht. Im Gegenteil ich wurde teilweise getröstet, dass das ja bald vorbeigehe und nur eine Phase sei. Natürlich haben wir uns nicht gedacht:"Naja, dann ist ja alles gut.", sondern unserem Kind erklärt und gezeigt, dass es andere Wege gibt, Unmut und Ärger zu zeigen. Eine Bisswunde sieht schlimmer aus als ein blauer Fleck, aber ist deshalb auch das "Beißkind" schlimmer als das "Haukind" oder das "Haareziehkind"? Das glaube ich nicht. Ich glaube auch nicht, dass es generell etwas über die Erziehungsmethoden oder -fähigkeiten der Eltern aussagt. So wie Du es beschreibst, finde ich, dass Du ganz toll mit der Situation umgehst. Da kann sich manch einer eine Scheibe von abschneiden.
    Ganz liebe Grüße, Nina

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