Sonntag, 11. Oktober 2015

Was Kinder und Eltern lernen

Runzelfuesschen Eltern und Kinder lernen Alltag mit Kind Elternblog


Wir hatten im letzten Urlaub eine sehr lustige Begegnung, an die ich noch immer gern zurückdenke. Weil sie so viel über Eltern, Kinder und das ganze Miteinander aussagt.
Wir waren im Urlaub in Schweden und nach einer Zeit des Rumreisens landeten wir in Stockholm. Und irgendwann in einem Restaurant. Mal, by the way als Tipp, wenn ihr in Stockholm vegetarisch essen gehen wollt, dann kommt ihr an dem Laden nicht vorbei, weil er einfach super lecker ist. Das Hermitage sollte auf eurer Liste stehen. Ich verzehre mich jetzt noch nach dem Essen dort.

Erlebnisse mit Kind im Restaurant


So, lange Rede, kurzer Sinn, wir waren also dort essen. Fürs Runzelfüßchen gab es einen extra Kinderteller, sie durfte bei uns mitessen. Der Laden hat mehrerer große Tische, an denen viele Menschen Platz nehmen die sich vorher nicht kennen und so ins Plaudern geraten. In unserem Fall war das eigentlich nicht nötig, das Runzelfüßchen sucht sich ja eh immer ihre und damit unsere Gesprächspartner aus.


Kind will Essen anderer


Wie der Zufall es nun wollte, setzte sich eine schwedische Familie zu uns. Mutter, Vater und zwei Kinder. Eins war ungefähr fünf Jahre alt, das andere im Alter vom Runzelfüßchen. Warum auch immer aßen in der Familie aber nur die Eltern das angebotene Essen, die Kinder bekamen Mitgebrachtes aus der Plastikdose. Bis zu diesem Moment war das Runzelfüßchen mäßig an der Familie interessiert gewesen, aber als da plötzlich diese Dose auf dem Tisch stand hielt sie nichts mehr auf ihrem Stuhl. Sie ließ ihre Gabel und die Kartoffeln fallen und wollte nur noch eins: Dn Inhalt der Büchse.




Runzelfüßchen will fremdes Essen


Dabei spielte es für sie eigentlich keine Rolle WAS die Kinder da aßen (es waren Waffeln) sondern nur, DASS sie etwas aßen. Meine Tochter ist, was das Essen anderer Menschen angeht nicht eben großzügig eingestellt, sie will das, was andere haben und zwar sofort. Nun hatten wir also das Problem, das Runzelfüßchen versuchte sich den Weg zum gleichaltrigen Kind zu erklettern. Gleichzeitig brach auf der anderen Seite des Tisches ein Geheule aus. Es wurde wild auf schwedisch diskutiert, während wir versuchten dem Runzelfüßchen zu erklären, dass es eben nicht ihr Essen sei, was da aufgetischt wurde.

Kind soll teilen lernen


Plötzlich sprach mich der Vater an und meinte in Englisch "Sie kann gern etwas abhaben. Wir bringen unserem Kind gerade bei, dass es teilen lernen muss." Ich fing an zu lachen und erwiderte, dass das ja sehr nett sei, aber wir würden unserer Tochter gerade beibringen, dass sie nicht alles haben kann, egal wie sehr sie möchte. Und plötzlich strahlten alle im Restaurant, weil es einfach ein so  absurd schöner Moment war. Das eine Kind soll teilen lernen und unsere Tochter wäre die perfekte Gelegenheit gewesen, unser Kind soll lernen, nicht alles zu bekommen wofür das anwesende Kind ein perfektes Beispiel gewesen wäre. Statt uns gegenseitig das Leben zu erleichtern, saßen wir quasi an gegenüberliegenden Seiten des Tisches.

Kind soll lernen, nicht alles zu bekommen


Das Ende vom Lied war, dass wir alle herzhaft lachten und noch eine Weile versuchten unsere Kinder davon zu überzeugen, dass es schon richtig ist, was wir Eltern da machen. Nach ungefähr 10 Minuten wurde das den KInder übrigens zu langweilig und sie beschlossen jeder ihr Essen zu essen. Und sich mit verschmierten Fingern im Gesicht rumzutatschen.

Ich denke auch Monaten später noch so gern daran, weil mir das davor oder danach leider nie wieder passiert ist.
Hattet ihr auch schon mal solch eine schöne Begegnung? 

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