Dienstag, 30. Juni 2015

Papa bloggt: Wie ich als Papa immer spießiger wurde


Manchmal kommt es mir so vor, als würde mich das Runzelfüßchen ruhiger machen. Und damit meine ich ruhiger im Sinne von ausgeglichen oder entspannter. Ich bin früher sehr gerne als Fahrradfahrer ausgerastet, wenn mir Autofahrer die Vorfahrt genommen haben oder den Radweg blockiert haben. Das scheint aber für den Moment vorbei, vielleicht auch, weil meine Frau mit dem Runzelfüßchen Rad fährt. Dafür werde ich in anderer Hinsicht strenger. Oder spießiger.

Dem Taxifahrer die Meinung sagen


Einmal war ich mit dem Kinderwagen unterwegs und wollte über einen Fußgängerüberweg mit Ampel gehen. Die Ampel war auf "Grün" umgesprungen und ich bin losgelaufen, als uns fast ein Taxifaher mit einem Linksabbieger-U-Turn überfahren hätte. Er rauschte um die Ecke und war weniger als einen Meter von uns entfernt.
Vor der Geburt meiner Tochter hätte ich mich zwar auch aufgeregt, aber es wäre sonst nichts passiert. Aber das Runzelfüßchen gefährdet zu sehen, machte mich wütend. Als ich sehen konnte, dass der Taxifahrer 100 Meter weiter anhalten wollte, bin ich einfach zu ihm hingegangen. Er wollte auf Fahrgäste warten und ich sprach ihn an. Ich war sehr aufgebracht und ehrlicherweise weiß ich auch nicht mehr, was ich wirklich gesagt habe. Nur etwa, ob er uns nicht gesehen hat und das eben sein musste. Er meinte irgendwas von wegen "leid tun" und "wollte noch schnell rüber".
Ich wusste nicht, ob der Taxifahrer in Zukunft vorsichtiger fahren wollte, aber ich fühlte mich schon ziemlich spießig.



Raucher auf Spielplätzen


Bevor das Runzelfüßchen nicht auf Spielplätze gegangen ist, hätten mich Raucher auf selbigen eher überhaupt nicht interessiert. Aber als Eltern weiß man, dass Zigarettenkippen giftig sind für Babys. Die sollten nicht gegessen werden, aber werden liebend gerne von Babys aus dem Sand rausgefischt. Als das Runzelfüßchen im Krabbelalter war und wir auf dem Spielplatz buddelen gingen, hatte sie das seltsame Talent, überall Zigarettenstummel zu finden. Selbst wenn ich vorher den Sand akribisch abgesucht hatte, hatte sie irgendwann eine abgebrannte Zigarette in der Hand. Mittlerweile hat meine Tochter ihre Vorliebe für Kippen eingestellt, aber schön war das nicht. Seitdem mag ich es nicht, wenn Menschen auf Spielplätzen rauchen. Es mag Menschen geben, die ihre Kippen ordentlich wegwerfen, aber mich machen Raucher auf Spielplätzen wütend.

Vor kurzen sah ich wieder zwei junge Männer, die ihre Kippen wenige Meter neben dem Sandkasten ausdrückten. Ich überlegte, ob ich was sagen wollte. Aber irgendwie mochte ich nicht die Vorstellung von mir, wie ich mit "erhobenem" Zeigefinger Menschen belehren wollte, die vielleicht gar nicht belehrt werden wollten.

Das sind zwar nur zwei Beispiele. Welches Verhalten eurer Mitmenschen regt auch als Eltern sehr auf? Wann sagt ihr was und wann seid ihr lieber still?

Passend zum Thema gab es folgende Meldung, die ich gerne teilen wollte. Die Reaktion dieser Mutter ist ganz schön heftig.  


Kommentare:

  1. Kippen auf Spielplätzen kann ich auch gar nicht ab - wenn die Leute meinen, unbedingt auf dem Spielplatz rauchen zu müssen (was ich generell schon daneben finde), dann kann man doch erwarten, dass sie die Kippen wenigstens nicht auf den Boden schmeißen, oder?

    Genauso mit jeglichem anderen Müll. Auf unserem Spielplatz muss ich regelmäßig erst mal aufräumen, bevor ich mein Kind dort spielen lassen kann.

    Ich finde, es hat auch nichts mit spießig zu tun, in solchen Situationen dann etwas zu sagen. Aber die Geschichte mit dem Pfefferspray ist schon heftig!

    Liebe Grüße, Biene

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    1. Hallo Biene,
      vielen Dank für Deinen Kommentar. Müll finde ich auch schlimm auf Spielplätzen. Kronkorken, Plastikkram, Glasscherben... Lustigerweise hat das Runzelfüßchen eine zeitlang den Müll selbst zum Mülleimer gebracht ("Mull" "Mull"). Aber natürlich keine Glasscherben.


      Liebe Grüße,
      Alex

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