Mittwoch, 19. November 2014

Das Baby stillt sich langsam ab

Baby stillt sich ab


Damals, bevor das Runzelfüßchen auf der Welt war, war für mich klar: Ich stille meine Tochter. So lange sie will, so oft sie will. Sie soll das Tempo vorgeben, ich folge. Und unsere Stillbeziehung ist etwas wunderbares, für das ich unglaublich dankbar bin.



Baby will nicht mehr gestillt werden


Nun ist es so, dass mein Baby genau weiß, was sie will. In meiner Vorstellung würde ich das Runzelfüßchen lange, lange stillen und hätte viel Zeit, die gemeinsame Zeit zu genießen. In der Realität ist jetzt, nach etwas über einem Jahr, vielleicht bald Schluss. Und das nicht, weil ich nicht mehr will, sondern weil meine Tochter das Tempo bestimmt und wohl bald nicht mehr gestillt werden will.

Weniger stillen


Mit der Umstellung auf Breikost ließ meine Tochter die erste mittägliche Stillmahlzeit einfach weg. Egal wie oft ich ihr meine Brust anbot, sie drehte sich weg und wollte nicht. Nun gut, das konnte ich vertragen, es blieben mir ja noch all die anderen Mahlzeiten. Mein Runzelfüßchen, das vielleicht zur Erklärung, war eine sehr konservative Trinkerin. Sie wollte am Anfang alle drei Stunden gestillt werden, später alle vier.

Stillen nach Bedarf


Ich war in den ersten Monaten sehr unsicher, weil ich dachte, dass ich etwas falsch mache. Denn es heißt doch "Stillen nach Bedarf". Aber es konnte doch nicht sein, dass ich nach dem Bedarf meiner Tochter die Uhr stellen konnte. Irgendwann habe ich beschlossen, das einfach so anzunehmen wie es ist. Habe ich eben Glück gehabt.

Langzeitstillen - wie geht das denn?


Nun ist es so, dass ich im Internet immer wieder auf Mütter stoße, deren Kinder bis weit über das erste Lebensjahr hinaus gestillt werden. Ob Susanne von Geborgen Wachsen, Janina von Herzmutter oder Renate von Mamis Blog, es gibt viele Mütter, die über ihre Langzeitstillerfahrungen berichten. Und daher bin ich davon ausgegangen, dass das ganz automatisch auch bei mir der Fall sein würde. Weil ich es doch wirklich wollte. Aber siehe da, so läuft es eben nicht. Mein Runzelfüßchen hat vor einiger Zeit beschlossen, auch das abendliche Stillen wegzulassen. Sie hat sich einfach weggedreht, wollte ins Bett gelegt werden und schlafen.

Abschied vom Stillen


Natürlich freue ich mich, dass meine Tochter mir so klar zu verstehen gibt was sie möchte. Aber ein ganz klein wenig piekst es auch in meinem Herzen, weil das morgentliche Stillen nun den langsamen Abschied einläutet. Daran muss und werde ich mich gewöhnen, klar, aber irgendwie ist dieser kleine Schritt für mich doch ganz schön groß.

Wie ist das bei euch? Habt ihr gern gestillt? Und wie lange? Wie habt ihr das Abstillen erlebt? Ich freue mich über Kommentare!

Kommentare:

  1. Ich habe das Stillen irgendwie pragmatisch gesehen. Mir fehlte da Idealismus. Ich habe gestillt, ja. Nach anfänglicher Trinkschwäche und 6 Wochen Anlaufzeit habe ich sechs Monate durchgehalten. Das auch nicht ungern und lange Zeit war es super. Trotzdem konnte ich nie behaupten, es zu genießen.

    Definitiv nicht. Dafür waren die 45min alle drei Stunden (ja auch hier Uhrwerke) zu unbequem. Beide blieben langsame Trinker und so blieb nur Tadem. Nach besagten 6 Monaten wollte ich nicht mehr. Es fiel mir trotzdem schwer und war unser erster kleiner Abschied.

    Aber es war gut so, wie es eben war.

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    1. Liebe Kerstin,

      du hast Zwillinge! Keine Ahnung wie Stillen mit Zwillingen finden würde. Vermutlich auch nicht so harmonisch. Und, mein Runzelfüßchen war eine gute und schnelle Trinkerin, nix mit 45 Minuten. Ich stelle gerade fest, dass ich wirklich viel Glück gehabt habe. Vielleicht fällt es deswegen auch schwerer. :)

      Liebe Grüße und danke für deinen schönen Kommentar,

      Andrea

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  2. Ich habe meinen Sohn etwa zwei Jahre gestillt. Vor der Geburt hatte ich eigentlich gedacht, ich stille 6 Monate und dann ist Schluss. Aber die Realität sah dann doch ganz anders aus. Nach 6 Monaten war mein Kind noch so fixiert auf die Muttermilch, dass es nie gegangen wäre. Auch wenn wir so einige Probleme hatten (nächtliches Dauerstillen, ausschließliches Stillen Zuhause im abgedunkelten Schlafzimmer usw.) habe ich mit jedem Stillmonat unsere Stillbeziehung sehr genossen. Da ich aber nach einem Jahr wieder arbeiten wollte, habe ich ihn zumindest nachts kurz vor seinem ersten Geburtstag abgestillt. Da ich dann tagsüber arbeiten war und mein Mann in Elternzeit mit ihm Zuhause war, musste er dann essen. Die hatte er zuvor konsequent verweigert. Dadurch entfielen auch die Stillmahlzeiten tagsüber. Aber morgens vor der Arbeit und abends vor dem Schlafen habe ich ihn fast noch das ganze zweite Lebensjahr gestillt. Bis er dann irgendwann daran nicht mehr genug Interesse hatte. Er hat sich dann immer nach ein Paar Sekunden von der Brust abgemacht und wollte Quatsch machen. Bedauert habe ich diesen Moment aber auch sehr.
    Das zweite Kind werde ich auch wieder definitiv stillen, und zwar auch wieder nach Bedarf und solange wie das Kind es will, weil es eben in meinen Augen nichts Schöneres gibt.

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    1. Liebe Trollblume,
      ich finde es immer wieder spannend, wie Wunsch und Wirklichkeit doch gerade im Bezug auf Kinder auseinanderdriften. Du wolltest eigentlich nur sechs Monate und hast dann zwei Jahre gestillt. Aber, wie bei deinem Sohn ist es eben auch bei meiner Tochter. Das Interesse wird langsam weniger. Ich genieße es einfach so lange wie es dauert.
      Für euer zweites Kind wünsche ich dir und euch alles Gute und eine harmonische Stillzeit. :)

      Liebe Grüße,

      Andrea

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  3. Hallo Andrea,
    ja dass Wünsche und Realität nicht übereinstimmen, diese Erfahrung habe ich als Mutter in vielerlei Hinsicht gemacht. Ich dachte z.B. jedes Kind fährt im Kinderwagen oder nimmt den Schnuller . Aber unser Kind hat mich eines Besseren belehrt. Also gab es, weil das Kind es nicht wollte keinen Schnuller und der kleine Prinz wurde monatelang in einer Trage herumgetragen. Auch dass mein Baby bei uns im Bett schlafen würde, dass hätte ich vor der Geburt nichr gedacht.
    Und ja genießt eure Stillzeit so lange wie es geht. Noch bin ich zwar nicht wieder schwanger, aber in Planung ist das Zweite aber schon und ich bin gespannt wie da die Stillzeit sein wird.

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    1. Liebe Trollblume,

      ist ja irgendwie auch schön, dass unsere Kinder uns eben doch zeigen, dass nicht alle Kinder gleich sind. Manche nehmen einen Nuckel, manche nicht. Meine Tochter mochte den am Anfang gar nicht, inzwischen mag sie ihn ab und zu sehr gern.
      Dann drücke ich euch die Daumen für die "Planphase" und freue mich, wenn du hier weiter liest und, wenn es geklappt hat, mal von deiner Stillzeit berichtest.
      Oder, wenn du willst, gern mal einen Gastbeitrag über deine Erlebnisse bei mir schreibst. Ich würde mich freuen!

      Liebe Grüße,

      Andrea

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